Wohnung und Haus bergen oft Stolperfallen

Ein Sturz im Alter ist nicht nur abhängig von der geistigen und körperlichen Verfassung. Auch eine ungünstig gestaltete Wohnumgebung kann das Sturzrisiko drastisch erhöhen.

Typische Stolperfallen sind zum Beispiel:
  • schlechte Beleuchtung (insbesondere in Treppenhäusern)
  • Türschwellen und Teppichkanten
  • lose herumliegende Kabel
  • gelockerte, hochstehende Bodenfliesen
  • rutschiger Boden, glatter Fliesenboden, lose Teppiche
  • hohe Treppenstufen mit kleinem Tritt
  • fehlendes Treppengeländer

Sonstige Stolperfallen:

  • rutschige Wege durch Herbstlaub, Regen oder Schneeglätte
  • unebener Untergrund, beispielsweise Kies
  • falsches Schuhwerk: schlecht sitzende Schuhe, glatte Sohle, hohe Absätze
  • ungeeignete Hilfsmittel: zu lange oder zu kurze Gehstöcke, unpassende Sehhilfen (beispielsweise nicht angepasste Glasstärke der Brillengläser)

Auf das richtige Schuhwerk achten

Auf das Schuhwerk ist besonderes Augenmerk zu legen. Senioren müssen sich in ihren Schuhen wohl und sicher fühlen. Eventuelle modische Überlegungen sollten hintenan stehen. Immer wieder kann man in Ratgebern lesen, dass Schuhe mit gedämpfter Sohle (Turnschuhe) ungünstig seien und Schuhe mit relativ harter und dünner Sohle zu bevorzugen wären. Dieser Irrtum geht auf eine Untersuchung aus dem Jahr 1992 zurück, die mit gesunden Männern im Alter von über 60 Jahren durchgeführt wurde und – in Abhängigkeit von der Zwischensohle des Schuhs – das Gleichgewicht der Teilnehmer beim Gehen über einen Schwebebalken prüfte. Diese Ergebnisse sind sicherlich nicht auf sturzgefährdete Senioren übertragbar, die sich mit normalem Gang vorwärts bewegen wollen.

Individuelle Gegebenheiten sollten ebenfalls Berücksichtigung finden: Wer in früheren Jahren wenig barfuß gegangen ist, wird sich auch im Alter in festen Schuhen sicherer fühlen. Denn Schuhe geben Halt. Durch geeignete Schuhe können auch Fehlstellungen des Fußes ausgeglichen werden. Zusammen mit dem Hausarzt kann man überlegen, ob es eventuell sinnvoll ist, Schuhe individuell anpassen zu lassen. Denn durch gutes Schuhwerk treten beispielsweise Stürze durch Umknicken seltener auf.

Die Schuhe sollten:
  • gut passen und nicht ausgetreten sein
  • einen guten Halt am Mittelfuß und an der Ferse bieten, aber die Zehen nicht zusammenquetschen
  • eine rutschfeste Sohle haben
  • gut an- und auszuziehen sein.

Video zur Wohnungsanpassung

Im Video wird erklärt, wie eine Wohnungsanpassung funktioniert: Beispielsweise wird gezeigt, welche Stolperfallen beseitigt werden sollten und an welchen Stellen Haltegriffe sinnvoll sind.

Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.12.2014
  • Autor/in: Dr. med. Susanne Segebrecht und Dr. med. Anja Vogt, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: T. Nikolaus: Klinische Geriatrie, Springer-Verlag 2000
  • Robbins S1, Gouw GJ, McClaran J: Shoe sole thickness and hardness influence balance in older men. J Am Geriatr Soc. 1992 Nov;40(11):1089-94
  • http://www.thera-trainer.de/cms/upload/Bilder/Produkte/Gait/Studien-Referenzen-Erfahrungsberichte/Stuerze%20im%20Alter_kurs_aerztek_2005.pdf (abgerufen am 29.10.2014)