Das persönliche Sturzrisiko

Stürze können schwerwiegende Folgen haben. Es ist deshalb ratsam, das persönliche Sturzrisiko einzuschätzen, um beeinflussbare Gefahrenquellen auszuschalten oder abzumildern. Eine einfache Checkliste hilft bei der Einschätzung des persönlichen Sturzrisikos. Der Kriterienkatalog bietet auch Angehörigen, die sich um ein älteres Familienmitglied sorgen, Anhaltspunkte.

Checkliste: Risikofaktoren für Stürze

Folgende Faktoren haben sich als risikoerhöhend erwiesen:
  • weibliches Geschlecht
  • deutliches Untergewicht
  • niedriger Blutdruck
  • deutliche Sehminderung
  • Einnahme von Psychopharmaka, beispielsweise Neuroleptika (Mittel gegen Psychosen) oder Benzodiazepinen (Beruhigungsmittel)
  • Knochenbruch in den vergangenen fünf Jahren
  • Hilfsbedürftigkeit bei den Aktivitäten des täglichen Lebens (zum Beispiel Aufstehen, Anziehen, Körperpflege, Essen, Treppensteigen)
Wenn zwei oder mehr, der in der Checkliste aufgezählten, Punkte zutreffen (bei älteren Frauen also nur ein zusätzlicher Risikofaktor zum weiblichen Geschlecht), sollte der Hausarzt zurate gezogen werden, ob eine weitere Abklärung des Sturzrisikos notwendig ist. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn es in der Vergangenheit bereits zu Stürzen gekommen ist. Der Arzt kann dann spezielle Tests durchführen, um das Sturzrisiko genauer einzuschätzen. Wenn sich dabei ergibt, dass der Betroffene wesentlich sturzgefährdet ist, sollte man beispielsweise durch das Beseitigen von Stolperfallen und anderen geeigneten Maßnahmen versuchen, sein Sturzrisiko zu minimieren.

Ganz allgemein gilt: Je aktiver man im täglichen Leben ist, desto besser ist man gegen Stürze gewappnet. Wichtig sind Kraft, Koordination und – nicht zu vergessen – Lebensfreude.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.11.2014
  • Autor/in: Dr. med. Anja Vogt, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: T. Nikolaus: Klinische Geriatrie, Springer-Verlag 2000