Bei erhöhtem Sturzrisiko Medikamente überprüfen

Die Einnahme vieler Medikamente kann die Stutzgefahr erhöhen. Daher ist eine engmaschige Kontrolle der Angemessenheit der Medikation durch den behandelnden Arzt notwendig.

Bei Medikamenten ist bezüglich der Sturzgefährdung allgemein darauf zu achten, dass sie Aufmerksamkeit, Gleichgewicht und Kraft möglichst nicht beeinträchtigen.

Auf Schlafmittel- oder Beruhigungsmittel sollte nach Möglichkeit ganz verzichtet werden. Ist dies nicht möglich, so sind Schlafmittel ratsam, die nur kurzzeitig wirken. Auf diese Weise lässt sich verhindern, dass die Schläfrigkeit bis in den Tag hinein andauert. Auch Psychopharmaka können Stürze begünstigen und sollten auf ihre Notwendigkeit überprüft werden.

Starke Schmerzmittel, besonders aus der Gruppe der Opiate, können ebenfalls benommen und schwindelig machen und das Reaktionsvermögen herabsetzen. Hier sollte genau geprüft werden, welche Dosis für den jeweiligen Patienten erforderlich ist und ob die aktuell angesetzte Menge noch beibehalten werden muss.  

Patienten, die blutdrucksenkende Mittel einnehmen, müssen hinsichtlich ihrer Blutdruckwerte in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Anderenfalls kann es sein, dass die empfohlene Dosierung der Medikamente aus verschiedenen Gründen nicht mehr angemessen ist und Nebenwirkungen auftreten, die mit einem erhöhten Sturzrisiko einhergehen. Sowohl ein zu hoher als auch ein zu niedriger Blutdruck kann die Sturzgefahr erhöhen.  

Auch ein schlecht eingestellter Blutzuckerspiegel kann die Wahrscheinlichkeit für Stürze erhöhen. Bei Diabetikern müssen vor allem Risikokonstellationen für mögliche Unterzuckerungen (Hypoglykämien) erkannt werden, da die Sturzgefahr hierbei enorm erhöht ist. Eine engmaschige Überprüfung der Medikation ist erforderlich.

Medikamente für mehr Knochendichte und -festigkeit

Die Gefahr, bei einem Sturz einen Knochenbruch zu erleiden, wird durch Osteoporose stark erhöht. Die Krankheit ist dadurch gekennzeichnet, dass die Knochendichte abgenommen hat und der Knochen porös ist. Dann können Medikamente helfen, die zu einer Zunahme der Knochendichte und -festigkeit führen und so die Bruchgefahr mindern. Vor allem ältere Frauen sind bei einem Sturz gefährdet, einen Knochenbruch zu erleiden, da sie häufiger unter Osteoporose leiden als Männer. Allerdings ist es wichtig, auch bei Männern zu prüfen, ob Anzeichen für eine Osteoporose bestehen. Ältere Patienten sollten dieses Thema ausführlich mit ihrem Hausarzt besprechen.  

Da es im Alter oftmals auch zu wiederholten Stürzen kommen kann, für die sich trotz sorgfältiger Suche keine behandelbare Ursache finden lässt, empfiehlt es sich, alles nur Mögliche zu unternehmen, um das Sturzrisiko so gering wie möglich zu halten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.12.2014
  • Autor/in: Dr. med. Susanne Segebrecht, Ärztin und Dr. med. Anja Vogt, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: T. Nikolaus: Klinische Geriatrie, Springer-Verlag 2000