Medikamente können das Sturzrisiko erhöhen

Viele Medikamente können die Wahrnehmung, die Orientierung und den Kreislauf beeinträchtigen. Deshalb ist es wichtig, dass der Arzt nach einem Sturz erfährt, welche Medikamente der Patient einnimmt (Medikamentenanamnese). Im Folgenden werden beispielhaft einige Medikamentengruppen genannt, die das Sturzrisiko erhöhen können.

Sturzrisiko bei Schlaf- und Beruhigungsmittel

Schlaf- und Beruhigungsmittel können bei älteren Menschen stärker oder auch länger wirken als bei jüngeren. Somit kann die Wahrnehmung bei älteren Frauen und Männern, die Schlaf- oder Beruhigungsmittel einnehmen,eingeschränkt sein. Die Gefahr zu stürzen nimmt beispielsweise deutlich zu, wenn der Betroffene nachts aufwacht und aufstehen will. Dann kommen zusätzlich zur Dunkelheit noch Schläfrigkeit und Orientierungsprobleme aufgrund des Medikaments hinzu.

Sturzgefahr bei der Einnahme von Schmerzmedikamentemitteln

Schmerzmittel haben neben einer schmerzlindernden Wirkung oftmals auch einen entspannenden und müde machenden Effekt. Dies wirkt sich auf die allgemeine Aufmerksamkeit aus und kann zu Stürzen führen. Diese entspannende Wirkung kann auch den Blutdruck senken. Ein zu niedriger Blutdruck erhöht wiederum die Wahrscheinlichkeit zu stürzen, da er oft zu Schwindel, Kopfschmerzen und Gleichgewichtsstörungen führt. Besondere Vorsicht ist bei stark wirksamen Medikamenten aus der Gruppe der Opiate geboten.

Medikamente zur Senkung des Blutzuckerspiegels

Wenn bei einem Diabetiker keine regelmäßige Blutzuckerkontrolle stattfindet oder die betroffene Person und deren Betreuer nicht ausreichend über Warnzeichen einer Unter- oder Überzuckerung aufgeklärt sind, kann die fehlerhafte Einnahme von Medikamenten zur Senkung des Blutzuckerspiegels zu Stoffwechselentgleisungen führen. Ein zu niedriger Blutzucker kann beispielsweise Herzrasen, Schwitzen und Zittern hervorrufen. Ein zu hoher Blutzuckerspielgel kann Schläfrigkeit, Schwindel, Kopfschmerz sowie Sehstörungen verursachen. Sowohl die Symptome eines zu hohen als auch eines zu niedrigen Blutzuckerspiegels erhöhen das Sturzrisiko.

Herzmedikamente

Einige Herzmedikamente, beispielsweise Medikamente, die den Blutdruck senken, können bei zu hoher Dosierung ebenfalls das Sturzrisiko erhöhen. Ein zu niedriger Blutdruck kann Schwindel und Gangunsicherheiten zur Folge haben.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 31.03.2015
  • Autor/in: Dr. med. Anja Vogt, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: T. Nikolaus: Klinische Geriatrie, Springer-Verlag 2000