Rollator und Hüftprotektoren sind bei hohem Sturzrisiko ratsam

Viele ältere Menschen sind nach einem Sturz sehr verunsichert. Einige Hilfsmittel können für mehr Sicherheit sorgen und dazu beitragen, dass der Betroffene auch weiterhin seinen gewohnten Aktivitäten nachgehen kann.

Besonders im Alter ist es wichtig, die Mobilität zu erhalten, denn anderenfalls setzt leicht ein Teufelskreis ein: Der Sturzgefährdete traut sich aus Angst zu stürzen kaum mehr aus dem Haus. Dies wiederum erhöht das Sturzrisiko, da durch den Bewegungsmangel Muskeln, Knochen und Koordination geschwächt werden. Daher sollten Menschen mit Sturzgefahr den Einsatz von Hilfsmitteln nicht scheuen.

Ein Rollator gibt Halt

Gehhilfsmittel sollten so viel Unterstützung bieten wie notwendig ist. Ein angepasster Gehstock in der richtigen Höhe und mit einem anatomisch geformten Handgriff oder ein 4-Rad-Rollator geben Halt, ohne die Eigenaktivität zu stark einzuschränken. Der Rollator kann sowohl innerhalb als auch außerhalb der Wohnung genutzt werden. Praktisch ist auch, dass viele Modelle als Sitz benutzt werden können und sich damit Dinge transportieren lassen. Immer mehr Senioren benutzen auch Nordic-Walking-Stöcke: Mit dem symmetrischen Stockeinsatz finden sie eine bessere Balance als beim Gebrauch eines Gehstocks. Wichtig: Durch einen Rucksack auf dem Rücken statt schlenkernder Tasche in einer Hand wird das Gehen sicherer.

Hüftprotektoren können einen Oberschenkelhalsbruch verhindern

Ein Hüftprotektor funktioniert wie ein Sturzhelm für die Hüftknochen und dämpft bei einem Sturz den Aufprall. So kann ein Bruch des Oberschenkelhalses, eine der häufigsten schweren Verletzungen bei Stürzen, in vielen Fällen verhindert werden. Dazu muss der Sturzgefährdete den Hüftprotektor jedoch möglichst ständig nutzen. Es gibt ihn inzwischen in verschiedenen Ausführungen, sodass er auch mit der eigenen Unterbekleidung getragen werden kann.

Man sollte sich beraten lassen und am besten schon im Krankenhaus abklären, ob man von einem Hilfsmittel profitieren kann und wenn ja, welches in Frage kommt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.11.2014
  • Autor/in: Dr. med. Anja Vogt, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: T. Nikolaus: Klinische Geriatrie, Springer-Verlag 2000
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