Viele Krankheiten begünstigen Stürze

Trinken, trinken, trinken – ältere Patienten bekommen diesen Ratschlag bei fast jedem Arztbesuch zu hören. Allerdings erhöht nicht nur ein Flüssigkeitsmangel das Sturzrisiko. Einige andere Krankheiten können ebenfalls mit Stürzen in Verbindung stehen.

Ein Flüssigkeitsmangel beeinträchtigt nicht nur Blasen-, Nieren- und Darmfunktion: Er kann auch das Sturzrisiko erhöhen, denn oftmals führt er zu einem Blutdruckabfall und damit zu Müdigkeit, Schwindel und Kopfschmerzen.

Schlechtes Sehen und Hören erschweren die Orientierung und stellen somit im Alter ebenfalls ein Sturzrisiko dar.

Vor allem steigt die Gefahr zu stürzen durch:

  • Krampfanfälle (Epilepsie)
  • Störungen des Gleichgewichtssinns
  • Nervenschädigungen durch Diabetes (Polyneuropathie), die sich meistens auch auf den Tastsinn der Füße auswirken, sodass der Betroffene den Untergrund nicht mehr so gut erspüren kann
  • Depression
  • Schwäche durch – auch kurze – Bettlägerigkeit
  • Blutarmut (Anämie)
  • Alkoholmissbrauch

Auch bestimmte Krankheiten, die im Alter häufig vorkommen, können das Sturzrisiko drastisch erhöhen:

  • Krankheiten des Nervensystems: Krankheiten wie Demenz, Zustand nach einem Schlaganfall, Morbus Parkinson, Krampfanfälle oder Verwirrtheit können zu unterschiedlich stark ausgeprägten Störungen führen. Die Probleme reichen von Fehleinschätzungen der Situation oder des eigenen Könnens bis zur Unfähigkeit, bestimmte Bewegungen auszuführen.
  • Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems: Auch Herzkrankheiten wie Herzrhythmusstörungen, niedriger Blutdruck oder koronare Herzkrankheit können das Befinden und die Befindlichkeit so sehr beeinträchtigen, dass Betroffene leichter stürzen. Nicht selten tritt ein kurzzeitiger Bewusstseinsverlust (Synkope) auf, dessen Ursache unbedingt abgeklärt werden muss.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.11.2014
  • Autor/in: Dr. med. Anja Vogt, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: T. Nikolaus: Klinische Geriatrie, Springer-Verlag 2000