Stürze im Alter

Mit zunehmendem Alter nehmen einige körperliche und geistige Leistungen ab, so zum Beispiel die Muskelkraft, das Seh- und Hörvermögen, das Reaktionsvermögen und die Koordination. Dadurch fällt es älteren Menschen schwerer, in bestimmten Situationen schnell und angemessen zu reagieren. Zudem können Krankheiten das Sturzrisiko erhöhen.

Frau mit Gehstock © Thinkstock
Die Sturzgefahr ist im Alter nachweislich erhöht: Ältere zu Hause lebende Menschen haben ein Risiko von 27 Prozent, mindestens einmal pro Jahr zu stürzen. Bei Menschen, die in Alten- und Pflegeheimen wohnen, stürzt durchschnittlich jeder zweite Bewohner einmal im Jahr.

Viele Stürze führen zu Bettlägerigkeit

Etwa fünf Prozent aller Stürze haben einen Knochenbruch zur Folge, ein bis zwei Prozent sind Oberschenkelhalsbrüche. Frauen im Alter von über 60 Jahren sind von Brüchen deutlich öfter betroffen als Männer, was auf die bei Frauen häufiger auftretende Osteoporose zurückzuführen ist. Die Gründe für einen Sturz sind vielfältig und können einerseits durch Alterserscheinungen des Körpers, andererseits durch externe Faktoren, beispielsweise ungenügende Beleuchtung im Raum, bedingt sein.
Schwere Verletzungsfolgen durch einen Sturz sind in der Regel mit einem Krankenhausaufenthalt und eventueller Bettlägerigkeit verbunden. Diese kann den Körper enorm schwächen und erhöht die Gefahr einer Lungenentzündung, einer Thrombose sowie eines schweren Druckgeschwürs (Dekubitus). Stürze und ihre Folgen stellen bei etwa einem Prozent der deutschen Bevölkerung die Todesursache dar. Nach einem Sturz mit Knochenbruch und nachfolgender Operation versterben innerhalb des ersten Jahres sogar 25 Prozent der Patienten.

Stürze haben oft psychische und soziale Folgen

Wer einmal gestürzt ist, kann leicht das Selbstvertrauen verlieren und bewegt sich möglicherweise weniger und unsicherer als vor dem Sturz. Stürze haben somit auch psychische und soziale Folgen: Viele Patienten berichten, dass sie nach einem Sturz Angst vor einem erneuten Sturz entwickelt haben und deshalb ihre Aktivitäten reduzieren. Jeder fünfte Sturzpatient trägt so schwerwiegende Folgen davon, dass ein Umzug in ein Pflegeheim unvermeidlich wird.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.12.2014
  • Autor/in: Dr. med. Anja Vogt, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: T. Nikolaus: Klinische Geriatrie, Springer-Verlag 2000
  • Balzer, Katrin, Bremer, Martina, Schramm, Susanne, Lühmann, Dagmar, Raspe, Heiner, 2012. Sturzprophylaxe bei älteren Menschen in ihrer persönlichen Wohnumgebung (No. HTA-Bericht 116), Health Technology Assessment (HTA) In der Bundesrepublik Deutschland. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI), Köln http://portal.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta255_bericht_de.pdf (31.07.2014)