So wird Sport im Alter nicht zum Risiko

Es ist nicht möglich, allgemeine Aussagen zum Risiko einer sportlichen Betätigung zu treffen. Ob eine bestimmte Trainingsart mehr oder weniger gefährlich ist, kommt immer auf den Einzelnen an.

Ein 65-jähriger geübter Sportler ist ganz anders zu betrachten als ein hochbetagter Mensch, der seit 40 Jahren keinerlei sportliche Betätigung gewohnt ist. Andererseits können gut trainierte 85-Jährige durchaus sportlich belastbarer sein als manche 20 Jahre jüngere Menschen.

Herz-Kreislauf-Training

Das Risiko, dass es beim Herz-Kreislauf-Training zu kardialen Zwischenfällen wie dem plötzlichen Herztod kommt, ist entscheidend vom Trainingszustand und der Trainingsintensität abhängig. Um Risiken zu reduzieren, sollte die Intensität bei Trainingsbeginn niedrig sein und dann individuell gesteigert werden.

Krafttraining

Beim Krafttraining sollten Sie Ihre Leistungsgrenzen nicht ausschöpfen. Das Herz-Kreislauf-Risiko ist relativ gering, wenn die Belastung individuell angepasst wird. Auf die Gefahr der Verletzung von Muskeln und Skelettsystem ist vor allem bei großer Belastung und bei schlechter Koordination zu achten. Untrainierte sollten in jedem Fall vorsichtig und unter Anleitung ans Training herangehen.

Koordinationstraining

Diese Trainingsform ist unter fachgerechter Anleitung nur mit geringen Risiken verbunden. Hier sind Geschicklichkeit und Körperbeherrschung gefragt. Die Bewegungen sind oft weich, harmonisch und nicht zu schnell, so dass Muskeln, Bänder und Knochen geschont werden. Auch Herz und Kreislauf werden wenig belastet.  
Für welche Sportart Sie sich auch entscheiden: In jedem Fall sollten Sie sich zuvor von Ihrem Arzt untersuchen lassen und mit ihm besprechen, welche Art der Bewegung für Sie empfehlenswert und welche Belastung wünschenswert ist. Beispielsweise kann der Arzt nach dem Ergebnis eines Belastungs-EKGs die Trainingspulsfrequenz festlegen. Werden alle Regeln beachtet, ist das gesundheitliche Risiko eines angemessenen Trainings gering.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.12.2012
  • Autor/in: Dr. med. Anja Vogt, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Sport mit Älteren - Markt der Möglichkeiten