Stimmungs- und Verhaltensänderungen

Wenn Menschen im Alter zu Fremden werden

Der einst so friedfertige Vater reagiert zunehmend aggressiv, die Stimmung der pflegebedürftigen Ehefrau schwankt zwischen euphorisch und depressiv. Viele halten solche Stimmungsschwankungen und Verhaltensänderungen für normale Alterserscheinungen.

Mann auf Bank © Thinkstock
Bis zu einem gewissen Grad können sie das auch sein. Häufig stecken jedoch Krankheiten oder Lebensereignisse hinter den Veränderungen. Die Ursachen klar einzugrenzen, ist oft schwer. Ein Arzt kann dabei helfen.

Verschiedene Ursachen – von Krankheit bis Verzweiflung

Wenn ältere Menschen ihr Verhalten ändern und plötzlich ungewohnte Launen zeigen, sollte immer an eine Demenz gedacht werden. Denn: Verhaltensänderungen sind oft die ersten Vorboten der Krankheit. Später gehören sie zu den Leitsymptomen. Wird schnell ein Arzt zurate gezogen, kann er frühzeitig eine geeignete Therapie einleiten.

Neben der Demenz können auch andere Krankheiten die Stimmung beeinflussen, zum Beispiel Erkrankungen des Gehirns wie Tumoren oder Arteriosklerose der Hirngefäße. Indirekt wirken sich auch viele chronische Krankheiten auf die Stimmung aus. Haben Pflegebedürftige beispielsweise ständig Schmerzen oder können wegen einer körperlichen Einschränkung nicht mehr so wie sie wollen, reagieren sie häufig ärgerlich oder gereizt. Viele neigen dann auch zu Depressionen.

Bisweilen ändern sich Verhalten und Stimmung auch nach bestimmten Lebensereignissen. Wer sich ohne die Aufgaben im Beruf nicht mehr gebraucht fühlt oder den Verlust eines Partners nicht verkraftet, versinkt schnell in Traurigkeit, entwickelt eine Depression oder reagiert aggressiv.

Umgang mit Launen – Geduld und Ruhe sind gefragt

Der Umgang mit starken Stimmungsschwankungen – und vor allem mit Aggressivität – ist nicht leicht. Da die Ursache der Verhaltensänderung jedoch oft in einer Erkrankung liegt, gilt: Die Pflegeperson sollte das Verhalten nicht auf sich selbst beziehen und sich immer wieder bewusst machen, dass es der Krankheit geschuldet ist. Diskutieren lohnt in der Regel nicht. Vielmehr ist Ruhe, Gelassenheit und Ablenkung gefragt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.07.2014
  • Autor/in: Christina Landauer, Medizinredakteurin, vitanet.de;
  • Quellen: Höwler, Elisabeth (2007): Gerontopsychiatrische Pflege. Lehr- und Arbeitsbuch für die Altenpflege
  • Deutsches Grünes Kreuz e.V.: Verhaltensänderungen im Alter. Tipps und Checklisten für Angehörige: http://dgk.de/fileadmin/user_upload/AIW/pdf/d-002-19-c-verhaltensaenderungenalter_st.pdf
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