Soziale Kontakte pflegen

Wege aus der Einsamkeit

Alte Menschen sind oft einsam. Denn ihr soziales Netz, die gewohnten Rollen, brechen nach und nach weg: Die Position im Beruf, die Elternrolle in der Beziehung zu den Kindern, die Rolle des Partners oder der Partnerin in der eigenen Beziehung. Nun wäre es umso wichtiger, die verbliebenen sozialen Kontakte zu pflegen – auch außerhalb der Familie. Doch im Alter lässt die Flexibilität nach, hinzu kommen körperliche Einschränkungen.
Es gibt aber einige Möglichkeiten, wie soziale Kontakte wieder hergestellt und verstärkt werden können.

Gründe für Einsamkeit und Isolation im Alter

Jeder Mensch ist in seinem Leben in ein Netz von Beziehungen eingebunden, in denen er bestimmte Rollen einnimmt. Im Alter brechen viele dieser Rollen nach und nach weg: Die Kinder sind aus dem Haus, man geht nicht mehr zur Arbeit, eventuell muss auch noch der Verlust des Partners oder der Partnerin verkraftet werden. Dann fällt es vielen älteren Menschen schwer, sich neue Rollen zu suchen, neue Beziehungen aufzubauen. Sie werden einsam.

Hinzu kommen körperliche Veränderungen – insbesondere bei Pflegebedürftigen. Seh- und Hörfähigkeit nehmen ab, ebenso die Leistungsfähigkeit. Krankheiten schränken in der Bewegung ein. Das macht es schwieriger, soziale Kontakte zu pflegen und neu aufzubauen. Oftmals wird die Situation durch eine geringe Rente und eine große Entfernung zu Angehörigen und Freunden noch erschwert.

Aus der Isolation helfen

Deshalb sollten Pflegende die Pflegebedürftigen dabei unterstützen, soziale Kontakte aufrecht zu erhalten oder neue Kontakte zu knüpfen. Dazu ist es zunächst wichtig, die Situation des Pflegebedürftigen zu kennen. Lebt er alleine? Bekommt er Besuch? Nimmt er regelmäßig an Aktivitäten teil? Auch gilt es herauszufinden, wie viel Kontakt der Pflegebedürftige überhaupt haben möchte. Während manche Menschen sich trotz relativ vieler sozialer Beziehungen einsam fühlen, sind andere schon mit wenigen glücklich.

Den Voraussetzungen entsprechend kann die Pflegeperson versuchen, dem Pflegebedürftigen aus der Einsamkeit zu helfen. Manchmal reichen schon kleine Veränderungen. Traut sich ein Pflegebedürftiger beispielsweise nicht mehr unter Leute, weil er schlecht hört, kann ein Hörgerät Abhilfe leisten. Werden Fahrdienste angeboten, können immobile Menschen bestehende Freundschaften weiter pflegen.

Ansonsten können Pflegepersonen den Pflegebedürftigen über verschiedene Angebote informieren. Für noch mobile ältere Menschen gibt es vielfältige Möglichkeiten. Dabei sind Gruppenaktivitäten aufgrund der vielen Kontakte, die geknüpft werden, besonders zu empfehlen. Volkshochschulen und auch Vereine bieten oft Kurse zu verschiedenen Themen speziell für Ältere an. Menschen, die ihre Wohnung nur noch unter großen Anstrengungen verlassen können, können beispielsweise durch Besuchsdienste neue Kontakte knüpfen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.11.2014
  • Autor/in: Christina Landauer, Medizinredakteurin, vitanet.de;
  • Quellen: Köther, Ilka (2011): THIEMEs Altenpflege; 3. Auflage