Kommunikation und Sprache

Gesteigertes Mitteilungsbedürfnis und Sprachprobleme im Alter

Senioren haben in der Regel mehr Zeit und weniger Aufgaben als früher. Daher hat Kommunikation im Alter einen hohen Stellenwert: Auf einen Schwatz zur Nachbarin, Geschichten von früher erzählen, ein Kaffeeklatsch mit alten Freunden. Das Kommunikationsbedürfnis nimmt zu – das gilt vor allem für Menschen, die einsam sind und nur selten Gesprächspartner finden. Sie nutzen oft jede Gelegenheit, sich anderen mitzuteilen.

Alte Männer Unterhaltung © Thinkstock
Häufig ändert sich im Alter auch der Kommunikationsstil. Ältere Menschen kommen schnell ins Erzählen, holen bis weit in die Vergangenheit aus. Das kann für den Gesprächspartner mitunter anstrengend und unverständlich sein. Auch spielt die eigene Gesundheit beziehungsweise Krankheit häufig eine große Rolle bei den Erzählungen.

Was die Kommunikation schwierig machen kann

Bei gesunden älteren Menschen bleibt die sprachliche Kompetenz im Allgemeinen vollständig erhalten. Einige Faktoren können die Kommunikation jedoch beeinflussen – etwa Schwerhörigkeit oder Gedächtnisschwierigkeiten. Manchmal kann der Senior die Informationen auch nur langsam verarbeiten oder dem Gespräch nicht konzentriert folgen. Solche Schwierigkeiten können dazu führen, dass der Betroffene Gespräche vermeidet und sich abkapselt.

Demenz, Schlaganfall, Depressionen: Ursachen für Sprachstörungen

Krankheiten wie Demenz können die sprachliche Kompetenz im Alter beeinträchtigen. Je weiter die Erkrankung fortschreitet, desto mehr lassen die kommunikativen Fähigkeiten der Erkrankten nach. Das betrifft nicht nur das Sprechen, sondern auch das Verstehen. Die Kommunikation zwischen Erkranktem und Pflegendem wird immer schwieriger.
Weitere Ursachen für Sprachstörungen können Veränderungen des zentralen Nervensystems (etwa durch einen Schlaganfall, Schädelverletzungen, Hirntumoren), Depressionen, aber auch Nebenwirkungen von Medikamenten sein. Von den Sprachstörungen müssen die reinen Sprechstörungen unterschieden werden. Eine Sprechstörung liegt vor, wenn man nicht in der Lage ist, Sprachlaute korrekt und fließend zu formen. Im Gegensatz zur Sprachstörung ist hier also die Motorik beeinträchtigt, das Sprachvermögen an sich jedoch intakt.

Sprechstörungen können auftreten bei Atemnot, neurologischen Krankheiten wie beispielsweise Multiple Sklerose oder Amyotrophe Lateralsklerose oder auch einfach durch schlecht sitzende Zahnprothesen. Sprach- und Sprechstörungen können auch gemeinsam vorliegen – beispielsweise bei der Parkinsonschen Krankheit.
Bitte beachten Sie:
Wichtig für Pflegende von sprach- oder sprechbehinderten Menschen: Machen Sie sich immer wieder klar, dass der oder die Betroffene Schwierigkeiten hat, sich auszudrücken – mit den geistigen Fähigkeiten oder der Intelligenz hat das unmittelbar nichts zu tun.

Zum Sprechen motivieren – mit Geduld und Einfühlungsvermögen

Die Kommunikation älterer Menschen zu fördern ist wichtig. So lässt sich vermeiden, dass sie sich bei Kommunikationsschwierigkeiten immer weiter zurückziehen. Hilfreich ist, zu wissen, woher die Schwierigkeiten kommen: Hört der Betroffene schlecht? Dann kann der Pflegende für die richtige Hörhilfe sorgen und ihn bei der Anwendung unterstützen. Auch gegen schlecht sitzende Zahnprothesen lässt sich etwas unternehmen.

>> Mehr Informationen über Zahnersatz und Prothesen finden Sie hier.
>> Welcher Arten von Zahnersatz es gibt, sehen Sie in hier im Video.

Um einen älteren Menschen mit Kommunikationsschwierigkeiten beziehungsweise Sprachstörungen zum Sprechen zu motivieren, sollte der Gesprächspartner auf ihn eingehen und ihn möglichst oft in Gespräche einbeziehen. Der Betroffene soll merken: Ich habe Geduld mit Dir! Deutliche, möglichst kurze Sätze tragen zum besseren Verständnis bei. Wichtig ist auch, Betroffene zu ermuntern, Freunde einzuladen oder mit ihnen zu telefonieren.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.11.2014
  • Autor/in: Nina Prell, Medizinredakteurin, vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
  • Quellen: Köther, Ilka (2011): THIEMEs Altenpflege; 3. Auflage
  • Stefanie Grosch: Sprachliche Defizite bei Parkinson-Patienten http://www.staff.uni-mainz.de/metoui/kognition/docs/Grosch01.pdf