Antrieb und Beschäftigung

Sich gebraucht fühlen – aktiv am Leben teilnehmen

Nicht mehr jeden Tag zur Arbeit gehen, Verluste im sozialen Umfeld, die motorischen Fähigkeiten lassen nach: Ältere Menschen fühlen sich oft nicht mehr gebraucht. Aktiv bleiben und sich Beschäftigungen suchen ist deshalb umso wichtiger. So können depressive Verstimmungen vermieden werden.

Gartenarbeit © Thinkstock

Sinnvolle Aufgaben steigern die Zufriedenheit

Fitte Senioren und nur eingeschränkte leicht Pflegebedürftige haben viele Möglichkeiten. Ob es der eigene Garten ist, der gepflegt wird, oder ein Engagement im sozialen, politischen oder kirchlichen Bereich: Die Auswahl ist vielfältig. Beispiele können etwa die Mitarbeit in Besuchsdiensten, Bürgerinitiativen oder Hospizgruppen sein. Ein solches Engagement hat viele Vorteile: Man fühlt sich gebraucht, kann stolz über Erreichtes sein und einen aktiven Beitrag zur Gesellschaft leisten. Das steigert Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl.

Bei körperlich stärker eingeschränkten Pflegebedürftigen ist die Auswahl an Beschäftigungsmöglichkeiten deutlich eingeschränkt. Doch auch sie sollten ihre Tage nicht tatenlos verbringen. Sinnvolle Aufgaben vermitteln stärker pflegebedürftigen Menschen ebenso das Gefühl, weiterhin gebraucht zu werden. Ein Beispiel kann die Einbindung in die Hausarbeit sein. Eventuell dauert es etwas länger, bis die Kartoffeln für das Mittagessen geschält sind oder die Wäsche gefaltet ist. Eine Aufgabe erledigt zu haben, steigert jedoch die Zufriedenheit des Pflegebedürftigen.

Antriebslosigkeit begegnen – Freude und Selbstvertrauen schöpfen

Vielen Pflegebedürftigen fehlt jedoch der Antrieb. Sie möchten gar keine Aufgaben mehr übernehmen. Antriebslosigkeit kann verschiedene Ursachen haben: Sie tritt häufig infolge von Erkrankungen auf (etwa bei Demenz oder Depressionen), sie kann Nebenwirkung von Medikamenten sein, aber auch unabhängig von solchen Auslösern vorkommen.

Die Ursache für die Antriebslosigkeit zu kennen, ist wichtig. Nur dann kann die Pflegeperson richtig darauf reagieren. Tritt Antriebslosigkeit beispielsweise in Verbindung mit Trauer auf, sollte dem Pflegebedürftigen die Möglichkeit geboten werden, sich zurückzuziehen – wenn er das möchte. Auch Frustration kann zu Antriebslosigkeit führen. Wenn Pflegebedürftige an zu hoch gesteckten Zielen scheitern, ziehen sie sich häufig zurück und resignieren.

Ist kein Grund für den fehlenden Antrieb erkennbar, kann es sinnvoll sein, den Pflegebedürftigen zu überreden, an einer Aktivität teilzunehmen. In vielen Fällen merkt er dann selbst, dass aktiv sein bedeutet: Freude haben und Selbstvertrauen tanken.

Demenz – frühere Hobbys wiederaufleben lassen

Viel Fingerspitzengefühl ist bei Demenzkranken gefragt: Auch sie sollten dazu ermuntert werden, bestimmte Aufgaben zu erledigen. Das hält geistig und körperlich fit. Wichtig ist dabei, darauf zu achten, dass die Aufgaben auch zu bewältigen sind. Oft hilft es, wenn die Beschäftigung in Verbindung mit früheren Tätigkeiten oder Hobbys steht. Weigert sich der Demenzkranke aktiv zu sein, ist es in der Regel nicht sinnvoll, ihn dazu zu drängen – auch wenn die Pflegeperson weiß, dass es ihm guttun würde.

Die richtige Motivation – für jeden die passende Aufgabe

Egal ob bei demenzkranken oder geistig fitten Pflegebedürftigen: Beschäftigungsangebote sollten zu den Betroffenen passen. Wenn jemand Gartenarbeit noch nie mochte, nun aber dazu angehalten wird, bietet das keinen Anreiz aktiv zu werden. Zudem sollte die Aufgabe lösbar sein. Misserfolge demotivieren. Auf der anderen Seite ist es wichtig, dass die Beschäftigung dem Pflegebedürftigen nicht kindisch und unnötig erscheint.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.12.2014
  • Autor/in: Christina Landauer, Medizinredakteurin, vitanet.de;
  • Quellen: Maltoycz, Esther (2011): Pflege von alten Menschen
  • Köther, Ilka (2011): THIEMEs Altenpflege; 3. Auflage