Alterssexualität in der Gesellschaft

Sexualität im Alter wird zwischen den Generationen weitgehend tabuisiert. Viele Menschen nehmen Sexualität im Alter auch nicht wahr, da es heute eher selten ist, dass mehr als zwei Generationen unter einem Dach leben.

Auch in den Medien wird Sexualität im Alter selten thematisiert. So findet man in einschlägigen Zeitschriften für Frauen reiferen Alters kaum praktische Tipps zur Sexualität. Junge Menschen werden durch Zeitschriften, die ihre Generationen ansprechen, besser über Sexualität informiert.

Sexualmedizin ist ein recht junges Fach

Mediziner werden in ihrer Ausbildung kaum mit dem Thema Sexualität im Alter konfrontiert. Das liegt auch daran, dass das Fach Sexualmedizin noch ein recht junges Fach ist. Die Akademie für Sexualmedizin wurde zum Beispiel erst 1993 gegründet. Sie ist maßgeblich daran beteiligt, das Fach Sexualmedizin zu definieren.  

Solche Institutionen können helfen, das Thema Sexualität und die damit verbundenen Fragen und Probleme in die Gesellschaft zu transportieren. So hat die Akademie den Zweck „der beruflichen Fortbildung der Ärzteschaft auf dem gesamten Gebiet der Sexualmedizin. Dies beinhaltet zugleich die Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege in den Bereichen Partnerschaft, Sexualität und Familienplanung.“

Durch Institutionen wie die Akademie für Sexualmedizin ist auch gewährleistet, dass immer mehr Mediziner einen Zugang zum Thema Sexualität bekommen und sie somit auch ihre älteren Patienten bei intimen Fragen besser betreuen können. Das Thema hält darüber hinaus allmählich Einzug in die Ausbildung von Altenpflegern.

Vorlesungen über Alterssexualität an Seniorenuniversitäten

So wie das Thema Sexualität seit den sechziger Jahren in die gesamte Gesellschaft Einzug gehalten hat, könnte auch das Thema Alterssexualität schon allein aufgrund der bevölkerungsbedingten Altersverschiebung bald auf ein breites Interesse stoßen.  
Schon jetzt können sich Senioren selbst über Sexualität im Alter informieren.

So werden zum Beispiel Vorlesungen zu diesem Thema an Seniorenuniversitäten angeboten – auch wenn beim Informationsangebot noch Ausbaubedarf besteht. Vorträge, beispielsweise zu dem Thema „Erektile Dysfunktion – Was gibt es Neues?“, machen sicherlich schon einen guten Anfang, sie beleuchten allerdings nur einen kleinen Teil der Thematik.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.12.2012
  • Autor/in: Dr. med. Karen Strehlow, Ärztin und Fachzeitschriftenredakteurin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, vitanet;
  • Quellen: I. Füsgen: Sexualstörungen aus I. Füsgen: Der ältere Patient, Urban
  • K. von Sydow: Die Lust auf Liebe bei älteren Menschen, Verlag Ernst Reinhardt 1994