Rehabilitation kann den Pflegefall vermeiden

Rehabilitation ist auch im Alter wirkungsvoll – ebenso wie bei jüngeren Menschen.  

Unterschiede gibt es bei den Zielen der Rehabilitation:

  • Bei Jüngeren steht die Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit im Vordergrund.
  • Bei Älteren ist die Erhaltung oder Wiedergewinnung der Selbstständigkeit und der Lebensqualität das Wichtigste.

„Rehabilitation vor Pflege“ heißt der wichtige Grundsatz, den der Gesetzgeber ins Pflegeversicherungsgesetz aufgenommen hat. Somit haben auch pflegebedürftige Menschen einen Anspruch auf Rehabilitation, wenn die Maßnahmen versprechen, die Pflegebedürftigkeit zu vermindern. Selbstverständlich gilt der Anspruch auch, wenn die Rehabilitation vermeiden kann, dass ein Patient zum Pflegefall wird.

Je früher die Rehabilitation beginnt, beispielsweise nach einem Schlaganfall, desto mehr kann erreicht werden. Fachleute fordern deshalb Rehabilitation vom ersten Tag an.

Rehabilitation: Je früher, desto besser

Für eine erfolgreiche Rehabilitation sollte bereits im Akutkrankenhaus mit aktivierender Pflege und Mobilisation des Patienten begonnen werden, sobald es der Gesundheitszustand zulässt. Dieser Ansatz hat sich in der letzten Zeit immer mehr durchgesetzt.

Akutkrankenhäuser, mit ihren hochspezialisierten technischen Einrichtungen, sind für die Erstversorgung ausgerichtet. Für eine zeitintensive Pflege und Therapie von älteren Menschen sind geriatrische Kliniken oder geriatrische Fachabteilungen in Krankenhäusern geeignet. Sie gewährleisten eine optimale Weiterbehandlung nach akuten Erkrankungen oder bei chronischen Leiden. Die Geriatrie ist das medizinische Fach, das sich mit dem Krankheitsgeschehen älterer Menschen befasst.

Fördern durch Fordern

Die Rehabilitation spielt in der Geriatrie eine große Rolle. Inzwischen gibt es sogar spezielle geriatrische Kliniken für die Rehabilitation. Nach dem Klinikaufenthalt sollte die Rehabilitation ambulant zu Hause oder in der Tagesklinik fortgesetzt werden. Durch Rehabilitation lassen sich verlorengegangene Funktionen wiederherstellen, die zur Bewältigung des Alltags nötig sind.

Das Prinzip der Rehabilitation ist: immer ein wenig mehr fordern, als der Patient kann: Fördern durch Fordern, ohne dabei zu überfordern. Dies ist eine Technik, die auch Angehörige für den Umgang zu Hause erlernen können.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.12.2012
  • Autor/in: Ralf Eberhard, Diplom-Sozialpäpagoge und Dr. med. Anja Vogt, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: Bundesminsterium der Justiz und für Verbraucherschutz: Juris: Gesetze im Internet: § 31 Vorrang der Rehabilitation vor Pflege: http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__31.html (26.06.2014)
  • Bundesverband Geriatrie: 22. Reha-Kolloquium 2013. Geriatrische Rehabilitation vor Pflege http://www.bv-geriatrie.de/Dokumente/Geriatrische%20Reha/Geriatrische%20Rehabilitation%20vor%20Pflege_Maerz%202013_van%20den%20Heuvel (24.7.2014)
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