Transfer – Hilfe beim Bewegen

Mehr Raum für Wohlbefinden

Essen und trinken, sich unterhalten, Zeitung lesen, aus dem Fenster schauen – all das funktioniert im Liegen nur halb so gut. Für das Wohlbefinden pflegebedürftiger Menschen ist es deshalb besonders wichtig, nicht die ganze Zeit im Bett verbringen zu müssen – auch wenn sie geschwächt sind.

Transfer des Pflegebeduerftigen © Thinkstock
Oft benötigen jedoch vor allem bettlägerige Menschen Hilfe, wenn sie sich in irgendeiner Weise bewegen möchten. Das Bewegen eines Pflegebedürftigen von einem Ort zum anderen wird in der Pflege als Transfer bezeichnet. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten – zum Beispiel den Transfer an die Bettkante, den Transfer vom Bett in einen Stuhl oder Rollstuhl, den Transfer zurück ins Bett, den Transfer in den Stand oder den Transfer vom Rollstuhl auf den Toiletten- oder Duschstuhl.

Wahl der Transfermethode: Kann der Pflegebedürftige mithelfen?

Es gibt unterschiedliche Arten, einen Transfer durchzuführen. Wie der Transfer vonstattengeht, ist vor allem davon abhängig, inwieweit der Pflegebedürftige dabei selbst mithelfen kann: Kann er noch aus eigener Kraft stehen? Ist er zwar schwach, kann aber noch selbstständig Bewegungen durchführen? Oder ist er zum Beispiel aufgrund eines Schlaganfalls halbseitig gelähmt?

Nach den Grundsätzen der „aktivierenden Pflege“ sollte der Betroffene beim Transfer in jedem Fall immer so viel selbst machen, wie es ihm möglich ist – und sich so ein Stück seiner Selbstständigkeit bewahren. Das entlastet auch den Pflegenden. Für die Pflegepersonen wiederum ist es wichtig, beim Transfer so rückenschonend wie möglich zu arbeiten – also den Pflegebedürftigen zum Beispiel so wenig wie möglich zu heben oder zu tragen.

Hilfsmittel für den Transfer – kleine Helfer mit großem Effekt

Hilfsmittel können sowohl dem Pflegenden wie auch dem Pflegebedürftigen einen Transfer erheblich erleichtern. Für den Transfer stehen Hilfsmittel zur Verfügung wie:
  • die Bettleiter: Sie wird am Fußende des Betts befestigt und ermöglicht es dem Betroffenen, sich aus eigener Kraft aufzurichten, indem er sich an den Sprossen hochzieht. Die Bettleiter kommt zum Beispiel beim Transfer auf die Bettkante zum Einsatz.
  • die Gleitmatte: Mithilfe der Gleitmatte kann ein Pflegebedürftiger, der im Bett nach unten gerutscht ist, wieder nach oben bewegt werden. Matten, die nur in eine Richtung rutschen, verhindern, dass der bettlägerige Mensch zurückrutscht. Auch beim Transfer in einen Stuhl kann die Gleitmatte hilfreich sein.
  • Rutschbrett: Mithilfe des Rutschbretts kann der Betroffene beispielsweise von der Bettkante in den Rollstuhl oder auf die Toilette umgesetzt werden, ohne dass er dafür aufstehen muss.
  • der Haltegurt: Dabei handelt es sich um einen breiten Nylongürtel mit Griffen, den der Pflegebedürftige um die Taille trägt. Er erleichtert es Pflegenden, vor allem schwere Personen beim Aufstehen, Gehen oder Umsetzen zu unterstützen.
  • die Drehscheibe: Kann der Betroffene noch aus eigener Kraft stehen, ist die Drehscheibe ein nützliches Hilfsmittel – zum Beispiel um den Pflegebedürftigen vom Bett in einen Stuhl umzusetzen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.07.2014
  • Autor/in: Nina Prell, Medizinredakteurin, vitanet.de
  • Quellen: Köther, Ilka (2011): THIEMEs Altenpflege; 3. Auflage
  • Niers, Norbert/Schwarz, Brigitte (2012): Positionierung – Lagerung – Transfer: Ein Ratgeber für Betroffene, Angehörige, Pflegekräfte, Therapeuten und Ärzte
  • Ammann, Angelika (2007): Rückengerechtes Arbeiten in der Pflege: Leitfaden für gesundheitsfördernde Transfertechniken
  • Bundesministerium für Gesundheit (2012): Pflegen zu Hause – Ratgeber für die häusliche Pflege (http://www.bmg.bund.de/fileadmin/dateien/Publikationen/Pflege/Broschueren/Broschuere__Pflegen_zu_Hause_Ratgeber_fuer_die_haeusliche_Pflege.pdf)
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