An- und Auskleiden

Eine komplexe Tätigkeit im Alter

Morgens und abends die Kleidung wechseln – für gesunde Menschen eine Selbstverständlichkeit. Pflegebedürftigen Personen fällt dieser alltägliche Vorgang jedoch oft schwer. Denn auch wenn es einfach erscheint: An- und Ausziehen sind komplexe Tätigkeiten, die gleichzeitig motorische, sensorische und kognitive Fähigkeiten erfordern. 

An und Auskleiden © Thinkstock
Um selbstständig die Kleidung wechseln zu können, muss der Pflegebedürftige also noch in gewissem Maße beweglich sein. Häufig benötigen Pflegebedürftige die Unterstützung einer Pflegeperson, da ihnen beispielsweise aufgrund von Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder Arthrose das feinmotorische Geschick, die Beweglichkeit oder die Kraft fehlt.

Training für die Feinmotorik, Struktur für den Tag

Auch wenn es vielleicht etwas länger dauert: Der Pflegebedürftige sollte so viel wie möglich selbst machen. Das tägliche An- und Auskleiden trainiert nicht nur die Feinmotorik und Bewegung – es bringt auch Struktur in den Tag.

Von Gummizug bis Klettverschluss: Kleine Tricks mit großem Effekt

Um das Wechseln der Kleidung möglichst einfach zu gestalten, sind zum Beispiel Hosen und Röcke mit Gummizug vorteilhaft. Auch Kleidung, die sich mit Klettverschlüssen statt Haken oder Reißverschlüssen öffnen und schließen lässt, erleichtert das An- und Ausziehen. Mittlerweile gibt es auch spezielle Kleidung für Rollstuhlfahrer, Menschen mit Inkontinenz oder einer Halbseitenlähmung.

Selbst die Anziehsachen auszuwählen, die er tragen möchte und in der er sich wohlfühlt – das erfüllt das Bedürfnis des Pflegebedürftigen nach Selbstbestimmtheit. Bei Menschen mit Demenz ist es allerdings sinnvoll, im Kleiderschrank immer nur die Kleidung aufzubewahren, die zur aktuellen Jahreszeit passt. So besteht nicht die Gefahr, dass für das Wetter völlig unpassende Kleidung ausgewählt wird – und es erspart Diskussionen.

Hilfsmittel – Knöpf- und Greifhilfe für mehr Selbstständigkeit

Es gibt einige Hilfsmittel, die das An- und Auskleiden erleichtern. Dazu gehört zum Beispiel die Knöpfhilfe, die es auch Menschen mit eingeschränkter Hand- oder Fingerbeweglichkeit möglich macht, ihre Kleidung selbst zuzuknöpfen. Die Greifhilfe dient dazu, beispielsweise auf dem Boden liegende Kleidungsstücke aufzuheben, ohne sich bücken zu müssen.

Kleidung im Bett wechseln – wenn die kleinen Dinge zählen

Einem bettlägerigen Menschen ist es kaum möglich, seine Kleidung selbstständig zu wechseln. Dann wird das An- und Auskleiden größtenteils von einer Pflegeperson übernommen. Doch auch wenn der Pflegebedürftige Hilfe bekommt, sollte er beim Wechseln der Kleidung einige Handgriffe selbst übernehmen. So kann er möglicherweise selbst seinen Schlafanzug oder sein Nachthemd auf- beziehungsweise zuknöpfen. Um Druckstellen zu vermeiden, sollte die frisch angezogene Nachtwäsche zum Schluss sorgfältig glattgezogen werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.07.2014
  • Autor/in: Nina Prell, Medizinredakteurin, vitanet.de;
  • Quellen: Köther, Ilka (2011): THIEMEs Altenpflege; 3. Auflage
  • Thieme: Altenpflege (2009): Express Pflegewissen
  • Bundesministerium für Gesundheit (2012): Pflegen zu Hause – Ratgeber für die häusliche Pflege (http://www.bmg.bund.de/fileadmin/dateien/Publikationen/Pflege/Broschueren/Broschuere__Pflegen_zu_Hause_Ratgeber_fuer_die_haeusliche_Pflege.pdf)
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