Medikamente im Alter: Besonderheiten bei der medikamentösen Therapie älterer Menschen

Ältere Menschen leiden sehr oft an mehreren Krankheiten gleichzeitig. Mediziner sprechen dann von Multimorbidität. Menschen über 60 Jahre – so alt sind in Deutschland rund 21 Millionen – leiden im Durchschnitt an fünf Erkrankungen.

Im Mittel nehmen diese Patienten täglich etwa sieben bis zehn Medikamente ein. Die Medikamente können sich gegenseitig in ihrer Verarbeitung, Ausscheidung und Wirkung beeinträchtigen, also zu Wechselwirkungen führen. Arzneimittelwechselwirkungen können verschiedene, teilweise lebensgefährliche Beschwerden verursachen.

In den europäischen Industrieländern und den USA sterben laut Statistiken jährlich mehr Menschen durch Arzneimittelnebenwirkungen und -wechselwirkungen als durch Verkehrsunfälle. Die meisten sind älter als 65 Jahre.

Im Zweifelsfall kann der Arzt einen Geriater zurate ziehen

Somit ist es notwendiger denn je, dass Ärzte aller Fachrichtungen gut über die Besonderheiten älterer Menschen informiert sind und sich mit den mitbehandelnden Kollegen, dem Pflegepersonal sowie den Angehörigen und den Patienten austauschen. Nur so können sie die notwendigen Medikamente bewusst und verantwortungsvoll einsetzen. Im Zweifelsfall kann der behandelnde Arzt einen Kollegen, der sich auf die Behandlung älterer Menschen spezialisiert hat, einen Geriater, hinzuziehen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.12.2012
  • Autor/in: Dr. med. Beate-Maria Effertz, Ärztin, Charité, Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, Band 38, Supp.1. September 2005, S. 45-48
  • Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, Themenschwerpunkt: Arzneimittelbehandlung im Alter. Band 38 Heft 3, Juni 2005
  • K. U. Mayer und P. B. Baltes: Berliner Altersstudie, Akademie Verlag 2002
  • Renteln-Kruse: Medizin des Alterns und des alten Menschen, Steinkopff Verlag 2004