Kognitive Funktionen im Alter

Unter Kognition sind alle geistigen Fähigkeiten zu verstehen, die mit der Intelligenz und dem Gedächtnis in Zusammenhang stehen. Darunter fallen Wahrnehmung, Erkennen und Verstehen.

Früher glaubte man, dass zunehmendes Alter (schon ab dem 30. Lebensjahr) automatisch mit einem Nachlassen der kognitiven Fähigkeiten einhergeht. Heute weiß man, dass sich die geistigen Fähigkeiten auf unterschiedliche Art und Weise entwickeln und durch verschiedene Faktoren wie zum Beispiel durch Übung, Gesundheit, Bildungsniveau oder Beruf beeinflusst werden.

Kristalline und fluide Intelligenz

In der Psychologie spricht man von zwei unterschiedlichen Bereichen der intellektuellen Leistungsfähigkeit: der „kristallinen“ und der „fluiden Intelligenz“.

1. Mit „kristallinen Funktionen“ sind Leistungen im Bereich der Sprache und des Erfahrungswissens gemeint.

2. Zu den Funktionen der „fluiden Intelligenz" rechnet man zum Beispiel die Geschwindigkeit des Denkens, Problemlösungen und Lernen. Es geht um die Fähigkeit, Probleme lösen zu können, bei denen man nicht auf Erfahrungen zurückgreifen kann. Diese Leistungen nehmen mit dem Alter deutlich ab. Das verlangsamte Tempo bei der Informationsaufnahme hat sowohl einen Einfluss auf die weitere Verarbeitung von Informationen als auch auf die Merkfähigkeit. Das von vielen älteren Leuten häufig beklagte nachlassende Gedächtnis ist deshalb manchmal auch eine Folge der langsameren Denkgeschwindigkeit. Allerdings lässt sich die fluide Intelligenz trainieren. So steigt sie an, sobald auch der Körper in Bewegung ist. Dabei spielt der „Arbeitsspeicher“ im Gehirn eine große Rolle. Je öfter dieser benutzt wird, umso mehr steigert sich die fluide Intelligenz.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.01.2015
  • Autor/in: Dr. med. Anja Vogt, Ärztin und Ralf Eberhard, Sozialarbeiter; Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: T. Nikolaus: Klinische Geriatrie, Springer-Verlag 2000
  • Dorothe Wulf (2007): Angewandte Psychologie. Band 6: Alterungsprozesse und das Alter verstehen
  • Lehrl, Siegfried/Rommel-Sattler, Tanja (2007): Macht Bewegungsmangel dümmer? Wie körperliche Aktivität und Intelligenz zusammenhängen (http://www.drlehrl.de/media/661d195843d72fbeffff815afffffff3.pdf )