Alterungsprozess: Herz und Gefäße besonders betroffen

Es gibt kein präzises und allgemeingültiges Verlaufsmuster für das Altern. Trotzdem ist jeder alte Mensch von mehr oder weniger ausgeprägten Rückbildungsprozessen betroffen.

Besonders gravierend sind Veränderungen des Herz-Kreislauf-Systems. Sie führen von allen Rückbildungsprozessen im Alter am häufigsten zu Krankheiten. Zum Beispiel ist mit zunehmendem Alter mit einer Blutdruckerhöhung zu rechnen. Diese hängt mit der abnehmenden Elastizität der Gefäße zusammen und betrifft meist den systolischen (oberen) Wert, manchmal auch den diastolischen (unteren) Wert. Die Blutdruckregulation im Alter erfolgt verzögert und schwankend. Das kann zu Einschränkungen der allgemeinen Belastbarkeit führen.

Im höheren Alter kann es ebenfalls vermehrt zu Arteriosklerose, also Arterienverkalkung, kommen. Die wesentlichen Gefäßveränderungen durch die Arteriosklerose sind Verengungen und Verhärtungen der Blutgefäße. Das hat zur Folge, dass sich der Kreislauf nicht mehr so gut an Belastungen anpassen kann. Arteriosklerose kann eine Ursache für Durchblutungsstörungen in den Beinen (Schaufensterkrankheit/pAVK), Schlaganfall oder Herzinfarkt sein.

Das Herz braucht mehr Sauerstoff

Beim älteren Menschen kann sich in der Regel auch der Herzmuskel nicht mehr so gut zusammenziehen. Das Herzschlagvolumen kann deshalb eingeschränkt sein. Wenn aber durch mangelnde Kraft des Herzens pro Herzschlag nicht mehr so viel Blut gepumpt werden kann, müssen körperliche Belastungen über eine Steigerung der Pulsfrequenz aufgefangen werden – das heißt, das Herz muss schneller schlagen. Im Vergleich zu jüngeren Menschen steigt der Sauerstoffverbrauch des Herzens dabei deutlich an.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.10.2014
  • Autor/in: Dr. med. Anja Vogt, Ärztin und Ralf Eberhard, Sozialarbeiter; Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: T. Nikolaus: Klinische Geriatrie, Springer-Verlag 2000