Eine Anpassung der Wohnung ist oft unkompliziert

Ist es möglich, weiterhin in der eigenen Wohnung zu leben, wenn man hilfsbedürftig wird? Diese Frage stellen sich viele ältere Menschen und ihre Angehörigen. Erfreulicherweise ist dies viel häufiger möglich, als vermutet. Die Lösung: eine Wohnraumanpassung. Mit wenig Aufwand lässt sich oft eine große Wirkung erzielen.

Wohnraumanpassung © Thinkstock
Wichtigstes Ziel der Wohnraumanpassung ist, die Sicherheit in der Wohnung zu erhöhen. Zuerst gilt es, Stolperfallen und andere Unfallquellen aufzuspüren, denn die mit Abstand häufigste Unfallursache sind Stürze im Alltag. Darüber hinaus sollte die Wohnung an die individuellen Einschränkungen und Behinderungen des Bewohners angepasst werden.

Dafür kommt neben allgemeinen und baulichen Maßnahmen auch die Versorgung mit Hilfsmitteln infrage. Hier einige Beispiele zur Wohnraumanpassung:

Allgemeine Ausstattungsveränderungen

  • Umstellen von Möbeln oder Anschaffen von Möbeln, die den Alltag erleichtern
  • Beseitigung von Stolperfallen

Neustrukturierung der Wohnung

  • Wohnungsverkleinerung, neue Zimmeraufteilung
  • Stockwerktausch

Hilfsmittelausstattung

  • Toilettensitzerhöhung, Duschhocker
  • Gehhilfe

Bauliche Maßnahmen, Beseitigung von Barrieren

  • Verbreiterung von Türen, Türschwellenentfernung
  • Beseitigung von Mängeln in der Ausstattung (Bad/WC, Heizung)
Bei der Finanzierung ist zu bedenken: Für sämtliche bauliche Maßnahmen besteht nur bei Pflegebedürftigkeit die Aussicht darauf, dass ein Zuschuss genehmigt wird.
Info
Alle Maßnahmen, die einen Eingriff in die bauliche Substanz des Gebäudes darstellen, müssen vor Baubeginn vom Vermieter genehmigt werden. Dabei sollte man den Antrag mit der Bitte versehen, dass man von der Verpflichtung entbunden wird, die Änderungen bei einem Auszug rückgängig machen zu müssen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.07.2014
  • Autor/in: Dr. med. Kathrin Fahl, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: H. Stolarz: Wohnungsanpassung - Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung, Kuratorium Deutsche Altershilfe Köln 1996
  • Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: Änderungen 2015 – Gesundheit und Pflege