Haushaltsführung

Hilfe, den Alltag zu meistern

Einkaufen, kochen, abspülen, putzen, Wäsche waschen, bügeln: Die tagtäglich im Haushalt anfallenden Aufgaben sind schon für einen nicht pflegebedürftigen Menschen jede Menge Arbeit. Für ältere Menschen sind diese Aufgaben jedoch oft kaum mehr zu bewältigen. Häufig helfen dann Angehörige – zunächst nur ein bisschen, dann immer mehr.

hauswirtschaftliche Versorgung © Thinkstock

Von Einkaufen bis Waschen: Pflegebedürftige haben Anspruch auf Unterstützung

Bei der Begutachtung des Hilfebedarfs durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) wird auch festgestellt, inwieweit der Antragsteller seinen Haushalt selbstständig führen kann. Für die Zuordnung eines Pflegegrades ist der Hilfebedarf im Haushalt zwar nicht relevant, aber die Feststellung und die daraus abgeleiteten Empfehlungen sind wichtig für die individuelle Versorgungsplanung. Überprüft wird die Selbstständigkeit bei folgenden Tätigkeiten:
  • Einkaufen für den täglichen Bedarf
  • Zubereitung einfacher Mahlzeiten
  • Einfache Aufräum- und Reinigungsarbeiten (zum Beispiel den Tisch decken, spülen, die Wäsche falten)
  • Aufwendige Aufräum- und Reinigungsarbeiten (zum Bespiel staubsaugen, die Wäsche waschen, das Bett beziehen)
  • Organisation haushaltsnaher Dienstleistungen (zum Beispiel Pflegedienst, Handwerker, Friseur)
  • Umgang mit finanziellen Angelegenheiten (zum Beispiel ein Girokonto führen, Überweisungen vornehmen)
  • Umgang mit Behördenangelegenheiten (zum Beispiel einen Antrag stellen, einen Brief beantworten)
Ist es nicht möglich, die notwendige Unterstützung im Haushalt über das Pflegegeld zu sichern, können Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2 bis 5 bei ihrer Pflegekasse eine Haushaltshilfe beantragen. Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 können für die Organisation einer Haushaltshilfe den monatlich gewährten Entlastungsbetrag von 125 Euro nutzen.

So viel wie nötig, so wenig wie möglich

Hausarbeit steigert das Selbstwertgefühl. Deshalb ist es wichtig, pflegebedürftige Menschen noch so viel wie möglich selbst erledigen zu lassen und ihnen die Hausarbeit – wenn möglich – nicht vollständig abzunehmen. Vielleicht kann der Betroffene die Wäsche zusammenlegen oder ein paar Gläser abspülen? Das stärkt das Selbstbewusstsein und gibt ein Gefühl von Selbstständigkeit.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.12.2016
  • Autor/in: Nina Prell, Medizinredakteurin, vitanet.de;
  • Quellen: Drittes Pflegestärkungsgesetz (PSG III), Änderung des Zwölften Buchs (Sozialhilfe): § 64 b SGB XII Häusliche Pflegehilfe (seit 01.01.2017)
  • Zweites Pflegestärkungsgesetz (PSG II), Änderung des Elften Buchs (Soziale Pflegeversicherung): § 18 Abs. 5a SGB XI Verfahren zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit (seit 01.01.2017)
  • Zweites Pflegestärkungsgesetz (PSG II), Änderung des Elften Buchs (Soziale Pflegeversicherung): § 28a Leistungen bei Pflegegrad 1 (seit 01.01.2017)
  • Zweites Pflegestärkungsgesetz (PSG II), Änderung des Elften Buchs (Soziale Pflegeversicherung): § 45a Angebote zur Unterstützung im Alltag, Umwandlung des ambulanten Sachleistungsbetrags (Umwandlungsanspruch), Verordnungsermächtigung (seit 01.01.2017)
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