Wohnen im Alter: Wie sich Umbauten finanzieren lassen

Die Kosten für eine Wohnraumanpassung können beträchtlich schwanken. Wenn die Kosten die Mittel des Betroffenen übersteigen, besteht die Möglichkeit, finanzielle Unterstützung zu erhalten. Als Kostenträger kommen hauptsächlich der Staat und die Kranken- und Pflegekassen infrage.

Geldschein und Haus Animation © Thinkstock
Nicht vergessen: Bei einer Wohnraumanpassung in einer Mietwohnung muss in jedem Fall vorher die Zusage des Vermieters eingeholt werden.

Pflegekasse

Maßnahmen der Wohnraumanpassung fallen in den Zuständigkeitsbereich der Pflegekassen. Wenn sich nachweisen lässt, dass im Einzelfall die häusliche Pflege durch diese Maßnahmen ermöglicht, deutlich erleichtert oder die selbständige Lebensführung wiederhergestellt wird, gewährt die Pflegekasse Zuschüsse in Höhe von maximal 4.000 Euro je Person und Maßnahme (§ 40 SGB XI). Der früher geforderte Eigenanteil ist zum 1. Januar 2013 entfallen.

Ein formloser Antrag des Versicherten bei der zuständigen Pflegekasse genügt. Wichtig ist dabei, dass vor Beginn der Umbaumaßnahmen die Genehmigung der Pflegekasse vorliegen muss. Andernfalls werden die Zuschüsse nicht gewährt. Eine ärztliche Verordnung ist nicht erforderlich.

Krankenkasse

Zahlreiche Hilfsmittel, die eine körperliche Einschränkung ausgleichen (beispielsweise ein Badewannengriff oder ein Pflegebett), werden von den Krankenkassen finanziert, wenn ein Rezept vorliegt, das die entsprechenden Diagnosen enthält.

Sozialhilfe

Wenn hilfebedürftige Menschen nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügen und nahestehende Angehörige oder andere Kostenträger die finanzielle Hilfe nicht erbringen können, kommen Mittel gemäß der folgenden Paragraphen des Bundessozialhilfegesetzes infrage:
  • Eingliederungshilfe (§§ 39, 40 BSHG)
  • Hilfe zur Pflege (§§ 68, 69 BSHG)
  • Altenhilfe (§ 75 BSHG)
Der Antrag wird beim Sozialamt gestellt.

Wohnungsbauförderung

Wenn die betroffene Person unter Behinderungen und Mobilitätseinschränkungen leidet, reichen kleinere Veränderungen der Wohnsituation häufig nicht mehr aus. Neben breiteren, rollstuhlgerechten Türen und Ähnlichem besteht gerade in älteren Häusern eventuell auch der Bedarf, eine neue Heizung oder neue Fenster einzubauen. In solchen Fällen übersteigen die Kosten häufig die finanziellen Mittel der Mieter oder der Eigentümer.

Wenn sich keine anderen Kostenträger finden, sollte Kontakt mit den Wohnungsbauförderungsstellen aufgenommen werden. Der behindertengerechte Umbau und die Modernisierung können vom Staat gefördert werden.

Die entsprechenden Mittel können nur vom Eigentümer beantragt werden. Es besteht kein Rechtsanspruch auf diese Leistung. Es ist ratsam, sich rechtzeitig um die notwendigen Formalitäten zu kümmern und mit dem Vermieter zu sprechen. Es gibt bei der Wohnungsbauförderung:
  • Darlehen für Schwerbehinderte
  • Modernisierungsförderung

Private Finanzmittel

Falls keine öffentlichen Mittel für die geplanten Wohnungsveränderungen zur Verfügung stehen, bleibt noch die Möglichkeit, private Quellen zu nutzen. In einer Mietwohnung können hierbei sowohl Mittel des Eigentümers als auch des Mieters eingebracht werden. Dabei muss im Voraus geklärt werden:
  • Der Eigentümer gibt sein schriftliches Einverständnis.
  • Die Werterhöhung wird dem Mieter durch eine vertragliche Regelung im Mietvertrag angerechnet (Musterverträge bei Bausparkassen oder beim Bundesbauministerium).
Für die Maßnahmen können auch Bausparmittel eingesetzt werden. Bei der Nutzung des Darlehens muss beachtet werden, dass werterhöhende Maßnahmen wie zum Beispiel der Einbau einer Heizungsanlage oder eine Türverbreiterung vorliegen. Nach Ablauf von Jahren und ohne Inanspruchnahme des Darlehens ist der oder die Bausparerin frei in der Verfügung über das angesparte Geld.

Sonstige Mittel

In Einzelfällen ist eine Unterstützung durch kommunale Sonderprogramme und andere Kostenträger (Arbeitsamt, Versorgungsamt, gesetzliche Rentenversicherung) möglich.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.03.2015
  • Autor/in: Dr. med. Kathrin Fahl, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: H. Stolarz: Wohnungsanpassung - Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung, Kuratorium Deutsche Altershilfe Köln 1996
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ): Service: Publikationen: Länger zu Hause leben (Stand März 2013): http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/L_C3_A4nger-zuhause-leben-Wegweiser,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf (26.05.2014)
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung