Betreuer sind meistens nahe Angehörige

Eine Betreuung wird beim Betreuungsgericht beantragt und zwar in dem Amtsbezirk, in dem der Betroffene seinen Wohnsitz hat. Wenn der Betroffene den Antrag nicht mehr selbst stellen kann, können Angehörige oder der Hausarzt die Betreuung anregen.

Das Gericht prüft dann, ob eine Betreuung erforderlich ist oder ob die Hilfe anderweitig durch die Familie oder soziale Dienste gewährleistet werden kann. Um diese Prüfung vornehmen zu können, muss zuvor von einer entsprechend qualifizierten Person, häufig einem in der Psychiatrie erfahrenen Arzt, ein Gutachten erstellt werden. Aber auch Angehörige anderer Berufsgruppen kommen als Sachverständige infrage. Außerdem befragt das Gericht die Angehörigen. Schließlich verschafft sich der Richter durch die Anhörung des Betroffenen ein genaues Bild.

Dieses Verfahren dauert eine gewisse Zeit. Insgesamt ist für die Bestellung eines Betreuers mit rund drei Monaten zu rechnen.

In besonders dringlichen Fällen kann das Gericht in einem vereinfachten Verfahren durch einstweilige Anordnung einen vorläufigen Betreuer bestellen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der Verlust der Wohnung droht, die Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Station ansteht oder eine Fixierung wegen Verletzungsgefahr notwendig wird.

Meist ein naher Angehöriger

Bei der Auswahl eines geeigneten Betreuers sollen die Wünsche des Erkrankten möglichst berücksichtigt werden. In der Regel werden nahe Angehörige als Betreuer eingesetzt. Es können aber auch Berufsbetreuer oder Mitglieder eines Betreuungsvereins bestellt werden.

Nähere Auskunft zum Betreuungsverfahren erteilt die örtliche Betreuungsstelle oder -behörde von der Stadt- oder Kreisverwaltung. Die Zuständigkeiten sind in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. Auch Pflegestützpunkte haben entsprechende Beratungsangebote.

Betreuer müssen Rechnungslegung abgeben

Gerichtlich eingesetzte Betreuer stehen unter Aufsicht des Betreuungsgerichts. Dazu gehört die jährliche Rechnungslegung über die Vermögensverwaltung. Eltern, der Ehegatte und die Kinder von Betreuten sind von der Rechnungslegung befreit. Das Gericht kann aber auch in diesen Fällen eine Rechnungslegung anordnen, wenn sich Probleme abzeichnen.
Info
Bitte beachten Sie: Hier erhalten Sie lediglich allgemeine Informationen zum Thema Betreuungsrecht. Bei konkreten Fragen wenden Sie sich bitte an einen Rechtsanwalt, einen Notar, das zuständige Betreuungsgericht oder das Bundesministerium für Justiz.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.08.2014
  • Autor/in: Ralf Eberhard, Diplom-Sozialpäpagoge, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de
  • Quellen: Bundesministerium der Justiz, Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Das Betreuungsrecht