Alles geregelt: Auf den Ernstfall vorbereitet sein

Die meisten Menschen möchten ihr Leben selbstbestimmt und aktiv führen – bis ins hohe Alter. Im Leben kann es aber Schicksalsschläge geben: Unfälle, Altersgebrechen oder schwere Erkrankungen. Nur wer für diese Ernstfälle rechtlich vorgesorgt hat, kann sicher sein, dass sein Wille auch bei eigener Handlungsunfähigkeit durchgesetzt wird.

aelterer Geschaeftsmann © Thinkstock
Krankheit oder Unfälle können ein Leben grundlegend verändern. Einst selbstständige Menschen können hilflos werden und zu keiner eigenen Entscheidung mehr in der Lage sein. Wer die Kontrolle über die persönlichen Dinge des täglichen Lebens verliert, braucht Hilfe von zuverlässigen Personen. Dies können nahe Angehörige, Lebenspartner oder gute Freunde sein. Was viele jedoch nicht wissen: Die Bezugspersonen können nicht ohne Weiteres rechtswirksam tätig werden.

Betreuungsgericht muss einen Betreuer bestellen

Wenn ein Mensch seine Angelegenheiten nicht mehr selbst besorgen kann, muss ein Betreuer bestellt werden. Dies geschieht aber nur, wenn die betroffene Person hilfebedürftig ist und Krankheiten oder Behinderungen vorliegen, die im Bürgerlichen Gesetzbuch benannt werden (§1896 Absatz 1 BGB). Das zuständige Betreuungsgericht legt fest, für welchen Aufgabenbereich der Betreuer zuständig sein wird – allerdings erst, nachdem der Betroffene persönlich angehört wurde. Wenn Sie allerdings eine Vorsorgevollmacht ausgestellt haben, wird die darin von Ihnen bestimmte Vertrauensperson eingesetzt, die Ernennung einer anderen Person durch das Betreuungsgericht entfällt.

Geregelt ist dies durch das am 1. Januar 1992 in Kraft getretene Betreuungsgesetz, das im Bürgerlichen Gesetzbuch in den Paragrafen 1896ff verankert ist. Wer für den Betreuungsfall vorsorgen will, kann eine Betreuungsverfügung oder Vorsorgevollmacht ausstellen. Mithilfe einer Patientenverfügung lässt sich Einfluss auf das Handeln der Ärzte in Situationen nehmen, in denen der eigene Wille nicht mehr bekundet werden kann – beispielsweise bei Bewusstseinseinschränkungen oder im Koma. Seit dem 1. September 2009 ist sie rechtlich verbindlich, sofern der Patientenwille eindeutig festgestellt werden kann.
Info
Bitte beachten Sie: Hier erhalten Sie lediglich allgemeine Informationen zum Thema Betreuungsrecht. Bei konkreten Fragen wenden Sie sich bitte an einen Rechtsanwalt, einen Notar, das zuständige Betreuungsgericht oder das Bundesministerium für Justiz.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 26.06.2014
  • Autor/in: Ralf Eberhard, Diplom-Sozialpäpagoge, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de
  • Quellen: Bundesministerium der Justiz, Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Das Betreuungsrecht
  • Bundesministerium der Justiz: Broschüre „Betreuungsrecht“ (http://www.bmj.de/SharedDocs/Downloads/DE/broschueren_fuer_warenkorb/DE/Das_Betreuungsrecht.pdf)
  • Bundesministerium der Justiz: Broschüre „Patientenverfügung“ (http://www.bmj.de/SharedDocs/Downloads/DE/broschueren_fuer_warenkorb/DE/Patientenverfuegung.pdf)