Hilfe bei der Darm- und Harnblasenentleerung

Respektvoll pflegen – so viel Privatsphäre wie möglich erhalten

Auf der Toilette sind die meisten Menschen am liebsten alleine – das gilt auch für Pflegebedürftige. Die Darm- und Harnblasenentleerung sind sehr intime Bereiche des täglichen Lebens. Bestimmte Hilfsmittel können dazu beitragen, den Gang zur Toilette so lange wie möglich selbstständig erledigen zu können.

Der Gang auf die Toilette – Hilfsmittel erhalten Selbstständigkeit

Solange es möglich ist, sollten pflegebedürftige Menschen alleine im Bad sein, um ihr Geschäft zu verrichten. Gebrechliche Menschen können eventuell von einer Pflegeperson bis ins Bad begleitet und dann dort alleine gelassen werden. Ansonsten helfen verschiedene Hilfsmittel wie beispielsweise Gehhilfen, Haltegriffe oder ein erhöhter Toilettensitz beim Gang auf die Toilette. Geeignete Kleidung, die leicht aus- und wieder angezogen werden kann, erleichtert körperlich eingeschränkten Menschen die Selbstständigkeit.

Ist der Gang zur Toilette zu weit, bietet sich ein Toilettenstuhl an, der neben dem Bett aufgestellt werden kann.

Darm- und Harnblasenentleerung im Bett – mit Urinflasche und Bettpfanne

Kann ein Pflegebedürftiger nicht aus dem Bett aufstehen, sich aber noch rechtzeitig melden, wenn er zur Toilette muss, werden verschiedene Hilfsmittel eingesetzt – beispielsweise eine Urinflasche. Urinflaschen sind für Männer aber auch für Frauen erhältlich. Ihre Handhabung ist – vor allem für Männer – einfach, sie kann oft lange Zeit selbstständig benutzt werden. Die Betroffenen sollten die Möglichkeit haben, anschließend ihre Hände zu reinigen.

Beim Stuhlgang wird in der Regel ein sogenanntes Steckbecken verwendet. Das auch Bettpfanne genannte Behältnis wird unter den Pflegebedürftigen geschoben. Die Pflegeperson kann anschließend das Zimmer verlassen und erst auf Zurufen wieder hereinkommen. Das gibt dem Betroffenen etwas mehr Privatsphäre. Das Steckbecken wird dann entleert und in einem speziellen Apparat gereinigt und desinfiziert.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.07.2014
  • Autor/in: Christina Landauer, Medizinredakteurin, vitanet.de;
  • Quellen: Köther, Ilka (2011): THIEMEs Altenpflege; 3. Auflage
  • Bundesministerium für Gesundheit: Pflegen zu Hause – Ratgeber für die häusliche Pflege (2012): http://www.bmg.bund.de/fileadmin/dateien/Publikationen/Pflege/Broschueren/Broschuere__Pflegen_zu_Hause_Ratgeber_fuer_die_haeusliche_Pflege.pdf
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