Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel

Kleine Helfer, große Wirkung – doch wer zahlt was?

Pflegebett, Rollstuhl, Inkontinenzeinlagen: Helfer, die den Alltag von Pflegenden und Pflegebedürftigen erleichtern. Doch Hilfsmittel ist nicht gleich Hilfsmittel. Denn: Grundsätzlich wird zwischen Hilfsmitteln und Pflegehilfsmitteln unterschieden. Der Unterschied liegt dabei in der Finanzierung: Unter Hilfsmitteln versteht man medizinische Hilfsmittel – sie werden von der Krankenkasse bezahlt. Pflegehilfsmittel werden von der Pflegekasse übernommen.

Hilfsmittel – die Krankenkasse zahlt

Hilfsmittel sollen den Erfolg einer Krankenbehandlung sichern, eine Behinderung ausgleichen oder verhindern, dass ein Mensch pflegebedürftig wird. Dazu gehören beispielsweise Hörhilfen, Sehhilfen, Prothesen oder orthopädische Schuhe. Hilfsmittel werden von der Krankenkasse bezahlt – vorausgesetzt, sie sind ärztlich verordnet und im Hilfsmittelverzeichnis aufgeführt.

Pflegehilfsmittel – die Pflegekasse übernimmt die Kosten

Pflegehilfsmittel sollen dagegen bei Menschen, die bereits pflegebedürftig sind, die Pflege erleichtern, Beschwerden lindern oder ihnen zu mehr Selbstständigkeit verhelfen. Hierzu zählen zum Beispiel technische Hilfsmittel wie ein Badewannenlift oder ein Pflegebett. Ebenfalls zu den Pflegehilfsmitteln gehören zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel wie Desinfektionsmittel oder Einmalhandschuhe. Pflegehilfsmittel werden von der Pflegekasse bezahlt. Voraussetzung ist jedoch, dass der Betroffene in einen Pflegegrad eingestuft ist. Pflegehilfsmittel müssen nicht von einem Arzt verordnet werden. Allerdings muss bei der Pflegekasse ein Antrag gestellt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.11.2016
  • Autor/in: Nina Prell, Medizinredakteurin, vitanet.de
  • Quellen: Medizinischer Dienst der Krankenkassen: Beratung und Begutachtung bei Hilfsmittelversorgungen (http://www.mdk.de/320.htm)
  • Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: Hilfsmittel – was die Kassen zahlen (http://www.vz-nrw.de/hilfsmittel)