Die Pflegekasse zahlt Pflegehilfsmittel für ambulante Betreuung

Pflegebedürftige, die ambulant gepflegt werden, haben Anspruch auf die Versorgung mit den notwendigen Pflegehilfsmitteln und technischen Hilfen. Pflegehilfsmittel werden von der Pflegekasse finanziert. Dagegen werden Hilfsmittel, die den Erfolg einer Krankenbehandlung sichern, oder eine Behinderung ausgleichen sollen, von der Krankenkasse übernommen.

Toilette © Thinkstock
Pflegeheimbewohner haben gegenüber der Pflegekasse keinen Anspruch auf Gewährung von Pflegehilfsmitteln. Bei der stationären Versorgung muss das Heim diese zur Verfügung stellen.

MDK entscheidet über den Bedarf von Hilfsmitteln

Der MDK-Gutachter stellt während des Begutachtungstermins den Bedarf an Hilfsmitteln fest und leitet seine Empfehlungen zusammen mit seinem Gutachten an die Pflegekasse weiter. Der Versicherte muss in diesem Fall keinen eigenen Antrag stellen. Die Pflegekasse entscheidet darüber, welche Hilfsmittel in den Verantwortungsbereich der Pflege- beziehungsweise Krankenkasse fallen, und leitet die Empfehlung des MDK gegebenenfalls an die Krankenkasse weiter. Spätestens mit der Entscheidung über die Einstufung des Antragstellers in einen Pflegegrad wird er auch über die Bewilligung der Hilfsmittel informiert.

Wird ein Pflegehilfsmittel zu einem späteren Zeitpunkt notwendig, muss sich der Pflegebedürftige oder der Pflegende direkt an die Pflegekasse wenden. Meist reicht hierzu ein Anruf oder ein formloser schriftlicher Antrag.

Wie hoch sind die Zuschüsse der Pflegekasse?

Zum Verbrauch bestimmter Pflegehilfsmittel bezuschusst die Pflegekasse mit bis zu 40 Euro pro Monat. Hierzu zählen zum Beispiel Bettschutzeinlagen, Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe, Fingerlinge, Mundschutz und Schutzschürzen. Die Zuzahlung zu technischen Hilfsmitteln wie Pflegerollstühlen oder Pflegebetten beträgt zehn Prozent, maximal jedoch 25 Euro je Hilfsmittel. Oft kann die Pflegekasse technische Hilfsmittel als Leihgabe kostenlos zur Verfügung stellen.

Es werden nur solche Hilfsmittel bezuschusst, die im Hilfsmittelverzeichnis des Spitzenverbands Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) aufgeführt sind. Entscheidet sich der Nutzer für eine besondere Ausstattung, muss er die höheren Kosten, die dadurch gegebenenfalls entstehen, selbst übernehmen.

Belastungsgrenze verhindert zu hohe Kosten

Um Härtefälle auszuschließen, gibt es eine sogenannte Belastungsgrenze für Zuzahlungen. Diese gilt sowohl für Leistungen der Kranken- als auch der Pflegekasse und liegt bei zwei Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens, bei chronisch Kranken bei einem Prozent. Wer in der Krankenversicherung von Zuzahlungen befreit ist, ist dies auch in der Pflegeversicherung.

Zuzahlungen, die die Belastungsgrenze übersteigen, erstattet die Krankenkasse dem Versicherten zurück. Zuzahlungsbelege sollten deshalb gesammelt werden. Überschreiten die Zuzahlungen noch während des laufenden Jahres die Belastungsgrenze, stellt die Krankenkasse dem Versicherten eine Bescheinigung aus, die ihn von weiteren Zuzahlungen für das laufende Jahr befreit.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.12.2016
  • Autor/in: Dr. med. Anja Vogt, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Gesetzentwurf der Bundesregierung - Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Stärkung der pflegerischen Versorgung und zur Änderung weiterer Vorschriften (Zweites Pflegestärkungsgesetz – PSG II), § 18 (6a) (http://www.bmg.bund.de/fileadmin/dateien/Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/P/Kabinetts-Entwurf_PSG-II.PDF)