Logopädie – Therapie bei Sprachstörungen

Wieder Gehör finden

Stellen Sie sich vor, Sie könnten auf einmal Ihre Wünsche nicht mehr äußern – nicht ausdrücken, dass Sie durstig, hungrig, traurig oder fröhlich sind. Tatsächlich können einige Krankheiten, insbesondere Erkrankungen des Gehirns, genau dies zur Folge haben. Ist die Sprache oder auch das Verstehen gestört, ist es Aufgabe und Ziel der Logopädie, diese Fähigkeiten wiederherzustellen.

Aphasien – Verstehen und Mitteilungsfähigkeit können gestört sein

Ursache für Kommunikationsprobleme infolge von Gehirnerkrankungen wie einem Schlaganfall, einer Hirnblutung oder einem Schädel-Hirn-Trauma ist eine Störung im Bereich des Sprachzentrums des Gehirns. Diese Form von Sprachstörung wird als Aphasie bezeichnet. Dabei können sowohl das Verstehen als auch die sprachliche Mitteilungsfähigkeit betroffen sein – und zwar mündlich wie schriftlich. Bei einer Aphasie bleibt die Fähigkeit zu sprechen erhalten, der „Sprechapparat“ ist intakt. Jedoch kann es zu so starken Beeinträchtigungen der Verständigungsfähigkeit kommen, dass der Patient nicht sagen kann, was er möchte, oder eine andere Person nicht versteht.

Betroffenen kann dann eine Sprachtherapie (Logopädie) helfen. Sie findet meistens in Einzelsitzungen statt. Vor der Therapie ermittelt der Logopäde, wie schwer Sprache und Kommunikation gestört sind. Dann entscheidet er, welche logopädischen Methoden in der Therapie zum Einsatz kommen – zum Beispiel Rollenspiele oder Dialogtraining. Wichtig ist auch, die Angehörigen in die Therapie mit einzubeziehen, denn sie sind es schließlich, die im Alltag mit dem Betroffenen kommunizieren.

Lernen mithilfe des Körpers zu sprechen

Hält eine Sprachstörung längere Zeit an, übt der Sprachtherapeut mit dem Patienten Strategien ein, mit deren Hilfe sich der Betroffene im Alltag verständigen kann. So sollen zum Beispiel durch Körpersprache und Gestik Sprachprobleme kompensiert werden. Alltagssituationen kann der Logopäde mit dem Patienten in kleinen Rollenspielen trainieren.

Training bei Sprechstörungen: von Lauten über Silben zu Wörtern

Neben Sprach- können auch Sprechstörungen durch Krankheiten wie Schlaganfall, Gehirntumor oder Schädel-Hirn-Trauma verursacht werden. Hier haben die Betroffenen Probleme, sich zu artikulieren. Ihre Aussprache ist unverständlich, was sie häufig sehr frustriert, da sie selbst alles verstehen. Auch bei Sprechstörungen ist die Therapie von der Schwere der Störung abhängig. Während bei einer leichten Sprechstörung eher die Aussprache von Worten und Silben trainiert wird, wird bei einer schweren Form bei einzelnen Lauten angesetzt.

Stimmtherapie – der Stimme wieder Klang verleihen

Doch nicht nur die Sprache und das Sprechen an sich, sondern auch die Stimme beziehungsweise die Stimmbildung können durch bestimmte Krankheiten beeinträchtigt sein – etwa durch Wucherungen im Kehlkopf, Morbus Parkinson oder eine amyotrophe Lateralsklerose (ALS). Oft klingt die Stimme dann rau, heiser und die Stimmlage verändert sich. Auch hier kann die Logopädie in Form einer Stimmtherapie Verbesserungen bewirken, sodass sich die Stimmbildung wieder normalisiert.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.07.2014
  • Autor/in: Nina Prell, Medizinredakteurin, vitanet.de;
  • Quellen: Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V. (http://www.dbl-ev.de)
  • Medizinischer Dienst der Krankenversicherung: Heilmittel-Richtlinien regeln die Versorgung (http://www.mdk.de/1320.htm)
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