Ergotherapie – Unterstützung bei Alltagsproblemen

Die Selbstständigkeit im Fokus

Die Aufgaben im Alltag wieder eigenständig meistern, nicht mehr ständig auf Hilfe Anderer angewiesen sein – ein großer Wunsch vieler Senioren. Wenn Krankheit oder Verletzung dies unmöglich erscheinen lassen, können gezielte Übungen – in Form von Ergotherapie – die Selbstständigkeit wieder ein Stück näher bringen.

Ziel der Ergotherapie ist es, die Selbstständigkeit des Patienten im persönlichen und sozialen Bereich wiederherzustellen beziehungsweise zu erhalten, indem sowohl die körperlichen als auch die geistigen Fähigkeiten geschult werden.

Praktische Übungen: Kaffee kochen, Einkaufen und Essen zubereiten

Der Ergotherapeut unterstützt den Patienten bei Alltagsproblemen – übt mit ihm bestimmte Handlungen wie Kaffee kochen. Dabei versucht er in manchen Fällen, die Handlungen des Betroffenen – zum Beispiel durch Körperkontakt oder durch Anmerkungen oder Fragen – zu führen, um seine Aufmerksamkeit in eine bestimmte Richtung zu lenken.

Um die sogenannte Handlungsplanung – also welche Vorgänge nacheinander notwendig sind – zu trainieren, eignet sich Kochen besonders gut. Denn hierfür muss der Patient zunächst eine Einkaufsliste schreiben und diese dann beim gemeinsamen Einkauf mit dem Ergotherapeuten abarbeiten. Anschließend wird die Mahlzeit zubereitet. Hierfür bedarf es einer guten Handlungsplanung, viel Konzentration und Zeitmanagement.

Hilfsmittelwahl – individuelle Bedürfnisse im Vordergrund

Auch die Auswahl und die Hilfe im Umgang mit Hilfsmitteln wie etwa einem Rollator oder einem Badewannenlifter gehören zu den Aufgaben eines Ergotherapeuten. Denn oft werden Hilfsmittel nicht genutzt, weil der Patient oder seine Angehörigen nicht wissen, wie man richtig damit umgeht. Außerdem kann der Ergotherapeut den Betroffenen bezüglich einer Wohnraumanpassung beraten.

Ziele und Aufgaben der Ergotherapie:

  • Wahrnehmung und Ausführung von Bewegungen verbessern
  • motorisch-funktionelle Fähigkeiten trainieren
  • Schulung zur Bewältigung (täglicher) lebenspraktischer Aufgaben
  • Patienten im Umgang mit Hilfsmitteln schulen
  • Eigenaktivität des Patienten fördern, um seine Lebenssituation zu verbessern
  • Angehörigen zur Unterstützung der betroffenen Person beraten und anleiten
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.07.2014
  • Autor/in: Nina Prell, Medizinredakteurin, vitanet.de;
  • Quellen: Medizinischer Dienst der Krankenversicherung: Heilmittel-Richtlinien regeln die Versorgung (http://www.mdk.de/1320.htm)
  • Jehn, Peter/Steding-Albrecht, Ute (2011): Ergotherapie: Vom Behandeln zum Handeln
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