Passende Kurse helfen pflegenden Angehörigen

Mittlerweile gibt es verschiedene Entlastungsangebote für Angehörige von Pflegebedürftigen. Dazu gehören:

  • angeleitete Gesprächsgruppen
  • Pflegekurse für pflegende Angehörige
  • Beratungsstellen und Beratungstelefone
  • Selbsthilfegruppen
  • Betreuungsgruppen
  • Urlaubspflege-Angebote
  • Kurzzeit- oder Tagespflege
  • Besuchsdienste und Urlaubsfahrten für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen
In den Pflegekursen wird einerseits Wissen über Krankheiten vermittelt. Das verbessert das Verständnis für die speziellen Probleme. Frustrationen aus Unwissenheit können so verhindert werden. Andererseits wird krankheitsspezifische Pflege gelehrt, sodass Beschwerden beim Pflegenden (zum Beispiel Rückenschmerzen) und Probleme beim Pflegebedürftigen (zum Beispiel Wundliegen) vermieden werden können. Neben der umfassenden Information bietet sich die Gelegenheit, mit anderen Betroffenen Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.

Hilfsangebote zu selten genutzt

Studienergebnisse zeigen, dass Hilfsangebote von außen von pflegenden Angehörigen nur selten in Anspruch genommen werden. Sie wissen meist zu wenig darüber. Oft bestehen auch Hemmungen, Unterstützung einzufordern. Weiterhin spielen zeitliche Einschränkungen und die Erreichbarkeit der Pflegekurse eine Rolle.

Die Beratungsstellen möchten Angehörige deshalb bestärken, rechtzeitig Hilfen und Entlastung in Anspruch zu nehmen, damit sie nicht selbst erkranken. Langfristig kann häusliche Pflege nur gelingen, wenn pflegende Angehörige auch gut für sich selbst sorgen.

Kurse für pflegende Angehörige werden zu unterschiedlichen Themen von vielen verschiedenen Organisationen angeboten. Sie sind in der Regel kostenlos. Um einen Kurs in Ihrer Nähe zu finden, gibt es mehrere Möglichkeiten, sich zu informieren:
  • bei Akademien geriatrischer Zentren
  • beim Sozialdienst des Krankenhauses, in dem Ihr Angehöriger versorgt wird
  • bei Ihrer Krankenkasse
  • bei der Krankenkasse des Pflegebedürftigen
  • bei den Johannitern, dem Roten Kreuz, den Maltesern
bei PflegestützpunktenWir haben wichtige Adressen für Sie zusammengestellt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.08.2014
  • Autor/in: Susanne Zöllner, Diplom-Sozialarbeiterin
  • Quellen: Abgeordnetenhaus von Berlin: Mitteilung über Erhalt der Koordierungsstellen für ambulante Rehabilitation, Drucksache 13/1442, 13. Wahlperiode
  • DONATH, C., LUTTENBERGER, K. & GRASSEL, E. 2011. Dementia Caregiver Skill Training- Predictors for Utilisation and Expected Quality from the Family Caregiver`s Point of View. Gesundheitswesen, 73, e126- e134.
  • LAMURA, G., MNICH, E., WOJSZEL, B., NOLAN, M., KREVERS, B., MESTHENEOS, L. & DOHNER, H. 2006. [The experience of family carers of older people in the use of support services in Europe: selected findings from the EUROFAMCARE project]. Z Gerontol Geriatr, 39, 429-42.
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