Viele pflegende Angehörige sind überfordert

Wissenschaftliche Studien zeigen deutlich, dass die häusliche Pflege nicht spurlos an den Pflegenden vorbeigeht. In einigen Fällen finden Angehörige einen positiven Sinn in der Pflegetätigkeit und berichten von einer tieferen Bindung zwischen sich und dem Pflegebedürftigen.

Die meisten Angehörigen sind jedoch erheblich eingeschränkt und belastet. Die Gründe:
  • Andere Familienmitglieder unterstützen sie zu wenig und erkennen ihre Leistung nicht ausreichend an
  • Die Bedürfnisse des Pflegebedürftigen überfordern sie
  • Sie müssen ihre eigenen Interessen stark einschränken oder gar aufgeben
  • Schuldgefühle gegenüber den Pflegebedürftigen
  • finanzielle Belastungen.
Werden die Belastungen zu groß, kann sich dies in körperlichen und seelischen Beschwerden äußern. Es können z. B. Schlafstörungen, Nervosität, Kopfschmerzen, Ängste oder Depressionen auftreten. Oft erkennen pflegende Angehörige jedoch erst sehr spät, dass sie ihre eigene Gesundheit stark gefährden und sich völlig überfordern. Vielen ist nicht klar, dass diese Überforderung langfristig weder ihnen selbst noch dem erkrankten Angehörigen hilft. Eine Schulung, Ausbildung und Begleitung durch eine Akademie oder eine Beratungsstelle ist für Angehörige deshalb extrem wichtig.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.12.2004
  • Autor/in: Susanne Zöllner, Diplom-Sozialarbeiterin
  • Quellen: Abgeordnetenhaus von Berlin: Mitteilung über Erhalt der Koordierungsstellen für ambulante Rehabilitation, Drucksache 13/1442, 13. Wahlperiode
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