Warum Autofahren im Alter Probleme bereitet

Im Alter treten körperliche Einschränkungen auf, die das Autofahren beeinträchtigen können. So werden etwa die Muskeln schwächer und Gelenke steifer, die Beweglichkeit nimmt ab.

Veränderungen an der Halswirbelsäule führen dazu, dass der ältere Autofahrer seinen Kopf weniger leicht zur Seite drehen und zurück neigen kann. Das bedeutet: Der Blickwinkel reduziert sich. Wenn der Autofahrer obendrein schlecht sieht, können Situationen, die eine schnelle Orientierung verlangen, große Probleme hervorrufen. Auch verlangsamte Reflexe und Reaktion im Alter wirken sich auf das Autofahren aus, besonders auf Steuern, Gas geben und Bremsen. Auch der Schulterblick fällt oft schwer. Schnelle Manöver werden immer schwieriger, was gerade im dichten Verkehr Probleme bereiten kann.

Vorsicht bei Augenkrankheiten

Vermindertes Sehen beeinflusst das Autofahren ebenfalls in hohem Maße: Der Fahrer übersieht Fußgänger sowie Verkehrsschilder und schätzt Abstände falsch ein. Schlechtes Sehen lässt sich zwar durch Brille und Kontaktlinsen bis zu einem gewissen Grad ausgleichen. Wenn die Sehschwäche allerdings nicht korrigiert wird - etwa, weil sie sich schleichend einstellt -, kann sie in Kombination mit anderen Einschränkungen wie der Motorik und der Aufmerksamkeit das Unfallrisiko des Fahrers drastisch erhöhen. Eine besondere Gefahr für die Verkehrssicherheit stellen Augenkrankheiten dar, die typischerweise im Alter auftreten: Linsentrübung (Grauer Star), erhöhter Augeninnendruck (Glaukom) und die Makuladegeneration, bei der die Sinneszellen der Netzhaut an der Stelle des stärksten Sehens (Makula) zugrunde gehen. Der Graue Star verschlechtert die Hell-Dunkel-Anpassung, weshalb Patienten mit Grauem Star nachts nicht Auto fahren sollten. Durch das Glaukom reduziert sich der äußere Blickwinkel, so dass der Betroffene von seitlich kommende Fußgänger und Autos leicht übersieht. Bei der Makuladegeneration büßt die Gesichtsfeld-Mitte an Sehschärfe ein.

Gutes Hören ist für Autofahrer ebenfalls wichtig

Gutes Hören ist ebenfalls wichtig, um sicher Auto zu fahren. Gerade das Richtungshören spielt eine große Rolle, denn oftmals sind sich nähernde Autos und Motorräder nicht zu sehen, sie kündigen sich vor allem durch ihr Motorengeräusch an. Im Alter aber lässt das Hören bei den meisten Frauen und Männern ab: Sie leiden mehr oder weniger stark unter Altersschwerhörigkeit und können die hohen Frequenzen (über 2000 Hertz) nicht mehr richtig hören. Das wirkt sich nicht nur auf das Richtungshören aus: Wer die hohen Frequenzen nur schlecht hört, hat oftmals auch Probleme mit dem Schalten. Denn die Geräusche der Schaltung geben Hinweise, ob der richtige Gang eingelegt wird. Das Motoren-Geräusch gibt dem Fahrer zudem Rückmeldung über das gefahrene Tempo.
  • Autor/in: Kitty Clausen, Ärztin, Charité, Universitätsmedizin - Berlin
  • Quellen: Fachzeitschrift Neurology 1993 (43): 2448-2456, "The risk of crashes"
  • Zeitschrift für Gerontospychologie und -psychiatrie 2000 (13): 131-170 und 2004 (17/2): 97-108
  • Mayo Foundation for Medical Education
  •  Newsletter
  •  Weitere Dienste
Apotheke

Finden Sie hier Ihre Apotheke in Ihrer Nähe:

PLZ/Ort
Zertifizierung
  • Logo der Health On the Net Stiftung. das Gesundheitsportal vitanet.de ist von der Health On the Net Stiftung (HON) akkrediert. Zur Prüfung klicken Sie hier.
  • Logo der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW)
  • Logo der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.v. (AGOF)