Senioren brauchen ein bequemes Auto, um sicher zu fahren

Ein bequemes Auto ist nicht nur angenehmer zu fahren: Es hilft auch sich besser auf den Verkehr zu konzentrieren. Es ist für den Fahrer deshalb ratsam, vor dem Autokauf zu testen, ob er gut sitzt und möglichst in alle Richtungen optimal sehen kann.

Bei eingeschränkter Beweglichkeit und Schmerzen durch degenerative Prozesse an Wirbelsäule und Gelenken helfen etwa:
  • Gut einstellbare Autositze
  • höher gebaute Fahrzeuge
  • Schiebetüren, durch die sich belastende und mit Schmerzen verbundene Bewegungen beim Einsteigen vermeiden lassen
  • ein Kofferraum mit einer niedrigen Ladekante, der hinter der Ladekante nicht zu stark abfällt - das entlastet die Wirbelsäule beim Be- und Entladen
  • Servolenkung - sie ist inzwischen fast Standard, doch in Autos älteren Jahrgangs findet sie sich längst nicht immer
  • elektrisch zu bedienende Fenster und Schiebedächer
  • gut erkennbare und leicht zu handhabende Bedienungselemente im Fahrzeug-Cockpit. Sie verhindern, dass der Fahrer den Blick zu lange von der Straße abwendet
  • die Bedienungselemente sollten bei Nachtfahrten hell leuchten, aber nicht blenden
  • normale Fensterscheiben; von getönten Scheiben ist abzuraten, da sie die den Lichteinfall reduzieren. Das alternde Auge hat aber einen erhöhten Lichtbedarf.
Besonders zu empfehlen sind Minivans: Sie erleichtern das Ein- und Aussteigen, weil sie höher gebaut sind. Hinzu kommt, dass sie auch schlechtes Sehen bis zu einem gewissen Grad ausgleichen können: Durch die hohe Sitzposition erhält der Fahrer einen besseren Überblick über die Straße.

Wichtig ist außerdem:

  • auch den zweiten Außenspiegel, den jedes Auto besitzt, zu nutzen. Das erweitert den Blickwinkel.
  • die Scheiben häufig zu reinigen und nur mit intakter die Wischanlage zu fahren. Dann sieht man selbst bei Regen gut und wird durch Lichtreflexe seltener geblendet.
  • ein großer Winkel zwischen Motorhaube und Windschutzscheibe: Je schräger die Windschutzscheibe, desto geringer ist die Gefahr, geblendet zu werden.
Gelegentlich werden auch Head-up-Displays empfohlen, die das Armaturenbrett direkt ins Blickfeld rücken. Dirk Herrmann, Verkaufsberater bei Opel Hetzer in Berlin, hält Head-Up-Displays allerdings nicht für sinnvoll, da sie viel von der Sicht auf die Straße rauben.
  • Autor/in: Kitty Clausen, Ärztin, Charité, Universitätsmedizin - Berlin
  • Quellen: Fachzeitschrift Neurology 1993 (43): 2448-2456, "The risk of crashes"
  • Zeitschrift für Gerontospychologie und -psychiatrie 2000 (13): 131-170 und 2004 (17/2): 97-108
  • Mayo Foundation for Medical Education
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