Autofahren meist trotz Diabetes möglich

Diabetes ist grundsätzlich kein Grund, aufs Autofahren verzichten zu müssen. Die entscheidende Frage ist: Wie weit ist die Zuckerkrankheit fortgeschritten, mit welchen Folgekrankheiten geht sie einher? Der Patient spricht am besten mit seinem Arzt über die Frage der Fahrtauglichkeit.

Diabetes kann die Fahrtauglichkeit beeinträchtigen durch:

  • diabetische Augenkrankheiten
  • diabetische Nervenschädigung (Neuropathie): Die Nervenschädigung tritt vor allem in den unteren Extremitäten auf und beeinträchtigt die Sensibilität der Füße. Das bedeutet: Die elementaren Vorgänge beim Autofahren, Gas geben und Bremsen, können nicht mehr mit dem nötigen Feingefühl ausgeführt werden.

Ein schlecht eingestellter Diabetes stellt eine besondere Gefahr dar, da er zur plötzlichen Unterzuckerung (Hypoglykämie) führen kann, die mit Schwindel, Sehstörungen oder gar Bewusstlosigkeit einhergeht!

Nebenwirkungen von Medikamenten können die Fahrtauglichkeit ebenfalls beeinträchtigen. Der Gesetzgeber erwartet einen ausgeglichenen Stoffwechsel, herbeigeführt durch eine gesunde Ernährung und eine geeignete medikamentöse Therapie. Besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer behandelnden Ärztin, ob die von Ihnen eingenommenen Medikamente Unterzuckerungen auslösen können.

Neun Tipps für sicheres Autofahren mit Diabetes:

  • Diabetikerausweis stets dabei haben
  • immer schnell wirksame Kohlenhydrate – zum Beispiel Traubenzucker – griffbereit haben
  • Blutzuckerteststreifen und -messgerät, gegebenenfalls Insulin, im Auto mitführen
  • Medikamenteneinnahme/Insulininjektion und Mahlzeiten wie gewohnt verteilen
  • vor der Abfahrt immer den Blutzucker kontrollieren und protokollieren
  • bei Verdacht auf eine Unterzuckerung nicht losfahren
  • nie länger als zwei Stunden am Stück fahren – regelmäßige Pausen und Blutzuckerkontrollen
  • Nachtfahrten vermeiden
  • regelmäßige ärztliche Untersuchungen inklusive jährlicher Kontrollen beim Augenarzt
Autoren und Quellen Aktualisiert: 25.06.2014
  • Autor/in: Kitty Clausen, Ärztin, Charité, Universitätsmedizin - Berlin
  • Quellen: Fachzeitschrift Neurology 1993 (43): 2448-2456, "The risk of crashes"
  • Zeitschrift für Gerontospychologie und -psychiatrie 2000 (13): 131-170 und 2004 (17/2): 97-108
  • Mayo Foundation for Medical Education