Automatik und Navigationssystem sind für ältere Autofahrer sinnvoll

Es gibt inzwischen für Autofahrer diverse Assistenzsysteme, die die Sicherheit erhöhen können. Der Navigator etwa, der über Lautsprecher den Weg weist, erlaubt dem Fahrer sich auch in fremder Umgebung ganz auf den Verkehr zu konzentrieren. Denn zu bedenken ist: Wer ständig nach Wegweisern und Straßenschildern Ausschau hält, achtet nicht mehr so sehr auf andere Autofahrer und Fußgänger.

Allerdings gibt es auch Vorbehalte gegen Navigationssysteme: Sie könnten selbst eine Quelle der Ablenkung darstellen, meint Stefan Mix vom Evangelischen Geriatriezentrum Berlin (EGZB). Der Neuropsychologe rät dazu, sich vor der Fahrt über die Route zu vergewissern und das Navigationssystem nicht gewohnheitsmäßig zu nutzen.

Auch ein Spurassistenzsystem, das Alarm schlägt, wenn der Fahrer aus der Spur schwenkt, ist sinnvoll und kann im Falle eines Sekundenschlafs schützen. Auch ein Abstandsradar, das piept, wenn der Fahrer zu dicht auffährt, ist oftmals empfehlenswert - ebenso wie der Parkpilot.

Der Fahrer darf sich auf Assistenzsysteme nicht blindlings verlassen

Alle diese Assistenzsysteme dürfen jedoch nicht zur Nachlässigkeit verleiten. "Wir haben beobachtet, dass viele Autofahrer diese Systeme nicht nutzen, um sicherer zu fahren, sondern um sorgloser zu fahren", sagt ADAC-Sprecher Maximilian Maurer. Assistenzsysteme seien sinnvoll, solange sie den Autofahrer nicht aus der Verantwortung nähmen. Die Autofahrer dürfen sich auf diese Assistenzsysteme nicht verlassen. So wäre es z. B. unverantwortlich, sich im Vertrauen auf das Spurassistenzsystem völlig übermüdet ans Steuer zu setzen.
Die Informationsverarbeitung im Alter verläuft oft langsamer. Kognitive Kapazitäten für diese Prozesse lassen sich freisetzen, indem das Gehirn in anderen Bereichen entlastet wird. Dies ist auch durch die altbekannte und bewährte Automatikschaltung möglich. Wer allerdings sein Leben lang mit manueller Gangschaltung gefahren ist, muss sich erst an die Automatik gewöhnen. Dies braucht wiederum geistige Kapazitäten. In diesem Fall kann es deshalb sinnvoll sein, bei der bekannten Schaltung zu bleiben.
  • Autor/in: Kitty Clausen, Ärztin, Charité, Universitätsmedizin - Berlin
  • Quellen: Fachzeitschrift Neurology 1993 (43): 2448-2456, "The risk of crashes"
  • Zeitschrift für Gerontospychologie und -psychiatrie 2000 (13): 131-170 und 2004 (17/2): 97-108
  • Mayo Foundation for Medical Education
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