Mobil im Alter

Auch ohne eigenes Auto

Wer im Alter das Autofahren aufgibt, ist nicht dazu verdammt, das Haus zu hüten. Es gibt für Senioren eine ganze Reihe von Alternativen – angefangen bei Bus und Bahn.

Mancher mag die öffentlichen Verkehrsmittel unbequem finden, doch der Komfort ist vor allem eine Frage der Planung. Es empfiehlt sich zum Beispiel, sich einen Fahrplan zu besorgen, eventuell auch als App auf dem Handy: So lassen sich lange Wartezeiten vermeiden. Zudem ist es ratsam, – wenn möglich – nicht im Berufsverkehr zu fahren.

Bei schlechtem Wetter oder zu fortgeschrittener Stunde kann es aus Gründen des Komforts sinnvoll sein, Taxi zu fahren. Die dafür nur gelegentlich anfallenden höheren Kosten relativieren sich, wenn man bedenkt, dass der teure Unterhalt eines eigenen Wagens wegfällt: Die monatlichen Kosten für Benzin, Steuern, Versicherung, Reparaturen und Abschreibung summieren sich zu einem Betrag, der von den meisten Menschen unterschätzt wird.

In vielen Städten gibt es inzwischen auch Seniorentaxis mit bequemem Einstieg und Bewegungsfreiheit. Oftmals gibt es die Möglichkeit, ein bestimmtes, besonders geeignetes Taxi immer wieder zu reservieren.

Weitere Möglichkeiten: Carsharing und Bürgerbus

Es gibt mittlerweile Seniorenwohnanlagen, deren Bewohner sich ein Auto teilen. Auch Vereine auf kommunaler Ebene bieten die gemeinsame Nutzung von Autos an. Diese Art Carsharing bringt viele Vorteile für Senioren: beim gemeinsamen Einkaufen wie auch bei individuellen Fahrten. Das Säubern des Fahrzeugs, Reparaturen, Reifenwechsel et cetera kann vom Servicepersonal übernommen werden. Dafür fallen für den Einzelnen nur geringe Kosten an.  

In einigen Gemeinden sind auch sogenannte Bürgerbusse im Einsatz. Diese schließen Lücken im öffentlichen Nahverkehr und werden in der Regel durch Vereine betrieben, die sich auf eine bürgerschaftliche Initiative gründen. Einige Bürgerbuslinien wurden speziell für die Zielgruppe Senioren eingerichtet.

Seniorenfahrdienste oder Rollstuhlservice machen wieder mobil

Auch Seniorenfahrdienste – etwa vom DRK – und Taxiunternehmen mit Rollstuhlservice werden immer häufiger. Sie sind leicht über die großen Suchmaschinen im Internet zu finden. Am besten geht dies, wenn Sie das Stichwort Seniorenfahrdienst beziehungsweise Rollstuhlservice eingeben und zusätzlich Ihren Wohnort. Manchmal lassen sich sogar die öffentlichen Verkehrsmittel gut mit Rollstuhl nutzen. Es ist allerdings einige Recherche nötig, um herauszufinden, auf welchen Linien Niederflurbusse fahren und auf welchen Bahnhöfen es einen Fahrstuhl gibt.

Teilstationäre Pflegeeinrichtungen wie Tagespflegeeinrichtungen stellen ihren Gästen ebenfalls einen Hol- und Bringservice zur Verfügung. Das ermöglicht auch Senioren, die nicht von ihren Angehörigen gebracht und abgeholt werden können, die Einrichtungen zu besuchen.

Was kostet der Hol- und Bringdienst?

Die Fahrtkosten werden von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich berechnet – etwa über eine Kostenpauschale oder pro Kilometer. Unter bestimmten Bedingungen zahlt die Kranken- beziehungsweise die Pflegekasse den Fahrdienst. In vielen Gegenden gibt es für Senioren auch kostenlose Fahrdienste zu Supermärkten, die ehrenamtliche Helfer übernehmen. Meist müssen sich die Senioren dafür lediglich spätestens einen Tag vorher telefonisch anmelden.

Bequemer Rundum-Service: Essen auf Rädern und Supermarkt-Lieferservice

Wer nicht mehr selbst einkaufen kann, hat die Möglichkeit, sich seine Mahlzeiten von einem Anbieter von „Essen auf Rädern“ bringen zu lassen. Dabei wird das Essen meist entweder täglich warm oder tiefgekühlt für mehrere Tage geliefert. Für alle, die ihr Essen lieber selbst zubereiten möchten: Es gibt auch Supermärkte, die Lebensmittel nach Hause liefern. Manche Supermärkte bieten diesen Service ab einem bestimmten Mindestbestellwert sogar kostenlos an.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.07.2014
  • Autor/in: Kitty Clausen, Ärztin, Charité, Universitätsmedizin - Berlin
  • Quellen: Fachzeitschrift Neurology 1993 (43): 2448-2456, "The risk of crashes"
  • Zeitschrift für Gerontospychologie und -psychiatrie 2000 (13): 131-170 und 2004 (17/2): 97-108
  • Mayo Foundation for Medical Education
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2011): DGE-Qualitätsstandard für Essen auf Rädern (http://www.bmelv.de/SharedDocs/Downloads/Ernaehrung/DGE-Standard_Essen-auf-Raedern.pdf?__blob=publicationFile)
  • http://www.researchgate.net/publication/235642520_PASSAge_-
  • http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-werdohl-altena-neuenrade-und-nachrodt-wiblingwerde/senioren-teilen-sich-ein-auto-id4660490.html
  • http://www.badische-zeitung.de/waldkirch/60-projekt-beim-car-sharing--16035916.html