Die fünf wichtigsten Aufgaben für pflegende Angehörige

Den Bedürfnissen des Pflegebedürftigen gerecht werden, Pflegekurse besuchen, soziale Kontakte pflegen – und darüber hinaus sich selbst nicht vergessen. Als pflegender Angehöriger hat man jede Menge um die Ohren. Da fällt es oft schwer, den Überblick zu behalten. Wir haben die fünf wichtigsten Aufgaben für Pflegende zusammengestellt.

Vater und Sohn © Thinkstock

Aufgabe 1: Pflegekurse besuchen

Wer einen Angehörigen pflegt, kann kostenlos Pflegekurse besuchen – die Kosten trägt die Pflegekasse. Die Kurse bieten zum Beispiel die Pflegekassen selbst, Pflegedienste oder Wohlfahrtsverbände an. In den Kursen wird den Teilnehmern pflegerisches Grundwissen vermittelt. Außerdem bekommen sie hilfreiche Tipps – etwa wie sie bei der Pflege ihren Rücken schonen können. Es besteht auch die Möglichkeit, sich direkt in der häuslichen Umgebung des Pflegebedürftigen schulen zu lassen. Außerdem werden neben dem Basiskurs auch Spezialkurse angeboten – zum Beispiel zu den Themen Demenz, Parkinson oder Schlaganfall.

Aufgabe 2: Vorbereitungsformular führen

Das vitanet.de-Vorbereitungsformular ist dazu da, die Selbstständigkeit und den Unterstützungsbedarf des Pflegebedürftigen genau zu dokumentieren. Das ist vor allem für die erste Feststellung der Pflegebedürftigkeit durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) wichtig. Aber auch wenn pflegende Angehörige nach einiger Zeit das Gefühl haben, dass der Pflegebedürftige weniger selbstständig ist als zum Zeitpunkt der Einstufung, ist es hilfreich, das Vorbereitungsformular aktuell zu halten. So lässt sich der gesteigerte Unterstützungsbedarf leichter nachweisen, wenn der Pflegegrad erneut durch den MDK beurteilt wird.

Aufgabe 3: Soziale Kontakte pflegen

Gerade für pflegende Angehörige ist es wichtig, mit Gleichgesinnten in Kontakt zu kommen. Denn häufig sind Familie und Freunde von der Situation genauso überfordert wie der pflegende Angehörige selbst. Dann ist es gut, sich mit Menschen auszutauschen, die sich in der gleichen Situation befinden, die gleichen Sorgen und Gefühle haben. Diese Möglichkeit bieten zum Beispiel Gruppenangebote wie Selbsthilfegruppen und Stammtische oder Internetforen für pflegende Angehörige.

Aufgabe 4: Regelmäßig für Entspannung sorgen

Einen Angehörigen zu pflegen ist oft eine extreme körperliche und psychische Belastung. Damit diese Belastung nicht irgendwann zur Überlastung wird, ist es unerlässlich, sich Freiräume zu schaffen und regelmäßig für Entspannung zu sorgen – zum Beispiel mithilfe von Entspannungsübungen oder Autogenem Training. Häufig bieten Krankenkassen auch spezielle Entspannungskurse für Pflegende an.

Aufgabe 5: Entlastungs- und Unterstützungsangebote wahrnehmen

Pflegegeld, ehrenamtlicher Entlastungsdienst, Pflegehilfsmittel: Es gibt viele Angebote, die pflegende Angehörige entlasten – sei es finanziell, zeitlich oder körperlich. Diese sollten Pflegende frühzeitig wahrnehmen. Oft geht das ohne großen Aufwand: So können etwa Pflegehilfsmittel ganz einfach mit einem formlosen Schreiben beantragt werden. Auch ein ehrenamtlicher Entlastungsdienst, der stundenweise die Betreuung des Pflegebedürftigen übernimmt, lässt sich über Wohlfahrtsverbände oder kirchliche Einrichtungen leicht organisieren. Ambulante Pflegedienste oder Tagespflegeeinrichtungen geben Pflegenden ebenfalls die Möglichkeit, Erledigungen zu machen oder sich Zeit für sich zu nehmen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.11.2016
  • Autor/in: Nina Prell, Medizinredakteurin
  • Quellen: Bundesministerium für Gesundheit: Pflegekurse (http://www.bmg.bund.de/pflege/hilfen-fuer-angehoerige/pflegekurse.html)
  • Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (2012): Entlastung für die Seele – Ein Ratgeber für pflegende Angehörige: http://www.bagso.de/fileadmin/Aktuell/Publikationen/2012/Entlastung_fuer_die_Seele_Ratgeber_pflegende_Angehoerige_2._Auflage.pdf
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