Testament und Erbschaft

Niederschrift des letzten Willens

Häufig haben Menschen Wünsche, die nach ihrem Ableben erfüllt werden sollen. Ihre Besitztümer sollen an bestimmte Menschen weitergegeben werden. Manchmal sollen auch Personen bedacht werden, die nicht in der direkten Erbfolge des Verstorbenen stehen. Diese Wünsche werden in einem Testament festgehalten. Doch damit dieses auch rechtskräftig wird, müssen ganz bestimmte rechtliche Vorschriften erfüllt sein.

Alte Frau schreibt © Thinkstock
Stirbt ein Mensch, wird sein Vermögen, der sogenannte Nachlass, an die Erben verteilt. Hat der Verstorbene seine Wünsche nicht in einem Testament oder einem Erbvertrag dokumentiert, wird das Erbe gemäß der gesetzlichen Erbfolge unter den Angehörigen aufgeteilt.

Wer wo in der gesetzlichen Erbfolge steht, lesen Sie hier.

Wie ist ein Testament aufzusetzen?

Wer genau festlegen möchte, wie sein Vermögen nach dem Tod verteilt wird, sollte ein Testament aufsetzen. Dabei ist es erforderlich, das Testament handschriftlich zu verfassen – es genügt nicht, ein Testament mit dem Computer zu schreiben und dann zu unterschreiben. Die Unterschrift muss aus Vor- und Nachnamen bestehen, damit es zu keiner Verwechslung kommen kann. Auch Ort und Datum sollte der Verfasser vermerken, denn ein neues Testament setzt ein älteres vollständig oder teilweise außer Kraft. Inhaltlich sollte Klarheit herrschen: Die Personen, die beerbt werden sollen, sollten genau mit Namen genannt werden.

Wo sollte man das Testament aufbewahren?

Grundsätzlich kann das Testament an jedem beliebigen Ort aufbewahrt werden. Es ist jedoch empfehlenswert, es an einem Ort zu verwahren, an dem es im Todesfall mit großer Wahrscheinlichkeit gefunden wird. Gut ist es in jedem Fall, einer Vertrauensperson mitzuteilen, wo das Testament zu finden ist – oder es dieser Person gleich zur Aufbewahrung zu übergeben.

Wer ganz sicher gehen möchte, kann sein Testament auch beim Amtsgericht in amtliche Verwahrung geben. Im Todesfall wird das Gericht automatisch informiert und „eröffnet“ das Testament den Erben. Eine weitere Möglichkeit ist ein öffentliches beziehungsweise notarielles Testament. Dabei erklärt der Verfasser seinen „Letzten Willen“ gegenüber einem Notar, verfasst das Dokument handschriftlich und übergibt es anschließend dem Notar. Auch dieses Testament wird amtlich verwahrt und im Todesfall eröffnet.

Wie lässt sich ein Testament widerrufen?

Ein Testament lässt sich einfach widerrufen, indem das Dokument vernichtet oder mit einem Zusatz wie „ungültig“ versehen wird. Wie bereits erwähnt, hebt auch ein neues Testament die Gültigkeit eines älteren auf. Ein öffentliches Testament kann der Verfasser widerrufen, indem er es aus der amtlichen Verwahrung zurückverlangt.

Erbschaft annehmen oder ausschlagen?

Die Erben können eine Erbschaft annehmen, haben aber auch die Möglichkeit, sie auszuschlagen. Denn: Eine Erbschaft kann durchaus mit Risiken verbunden sein – etwa wenn der Verstorbene verschuldet war. Der Erbe erbt nämlich – vorausgesetzt, er nimmt die Erbschaft an – auch die Schulden des Erblassers und muss mit seinem eigenen Vermögen dafür aufkommen. Achtung: Das Abschlagen ist nur innerhalb einer Frist von sechs Wochen möglich. Die Frist beginnt, sobald der Erbe von der Erbschaft erfährt.

Was ist ein Erbvertrag?

Im Gegensatz zum Testament bindet sich der Erblasser bei einem Erbvertrag gegenüber seinem Vertragspartner, also dem eingesetzten Erben. Das bedeutet, dass der Verfasser den Vertrag nicht ohne dessen Einverständnis ändern oder für nichtig erklären darf. Ein Erbvertrag muss immer in Anwesenheit beider Vertragspartner vor einem Notar geschlossen werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.07.2014
  • Autor/in: Nina Prell, Medizinredakteurin, vitanet.de;
  • Quellen: Bundesministerium der Justiz (2012): Erben und Vererben. Informationen und Erklärungen zum Erbrecht (http://www.bmj.de/SharedDocs/Downloads/DE/broschueren_fuer_warenkorb/DE/Erben_und_Vererben.pdf?__blob=publicationFile)
  • Bundesnotarkammer, Zentrales Testamentsregister: Nachlass und Erbe (http://www.testamentsregister.de/nachlass-und-erbe/)
  • Bundesverband Deutscher Bestatter: Erbschaft (http://www.bestatter.de/index.php?id=28)
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