Rechtliche Aspekte im Todesfall

Auch im Trauerfall muss Rechtliches geregelt werden

Stirbt ein geliebter Mensch, gilt es für die Angehörigen – bei all der Trauer – auch einige rechtliche Aspekte zu beachten: Sterbeurkunde ausstellen lassen, das Testament zum Nachlassgericht bringen. Sind all diese rechtlichen Hürden genommen, geht es daran, eine würdevolle Beerdigung zu organisieren – ganz nach den Wünschen des Verstorbenen.

Arzt rufen – Bescheinigung ausstellen lassen

Direkt nach dem Tod muss ein Arzt gerufen werden, damit dieser den Tod des Angehörigen offiziell feststellen und einen Totenschein ausstellen kann. Darin hält er die Personalien des Verstorbenen, den Todeszeitpunkt und die Todesursache fest. Tritt der Tod im Krankenhaus ein, stellt ein Krankenhausarzt das Dokument aus.

Sterbeurkunde in mehrfacher Ausfertigung nötig

Spätestens am darauffolgenden Werktag muss das Standesamt am Sterbeort über den Tod informiert und der Totenschein vorgelegt werden. Das erledigt meist das beauftragte Bestattungsinstitut. Das Standesamt stellt dann die Sterbeurkunde aus. Davon sollten sich Angehörige mehrere Ausfertigungen besorgen, denn sie wird von Behörden und Institutionen wie Versicherungen – die unverzüglich benachrichtigt werden sollten – als Nachweis des Todes verlangt.

Testament: Verkündigung des letzten Willens

Das Standesamt übergibt die Sterbeurkunde an das zuständige Nachlassgericht. Ist dort ein Testament (oder ein Erbvertrag) hinterlegt, wird es eröffnet. Außerdem ist jeder, der ein Testament für eine andere Person aufbewahrt oder ein solches Dokument findet, im Todesfall verpflichtet, es unverzüglich beim Nachlassgericht einzureichen.

Bestattung organisieren – die Wünsche des Verstorbenen erfüllen

Der sogenannte Totenfürsorgeberechtigte – meist nahe Angehörige oder eine vom Verstorbenen zu Lebzeiten festgelegte Person – ist auch verpflichtet, sich um die Bestattung zu kümmern. Im Idealfall gibt es eine Bestattungsverfügung, in der der Verstorbene festgehalten hat, wie seine Bestattung ablaufen soll. Das erspart den Hinterbliebenen schwere Entscheidungen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.07.2014
  • Autor/in: Nina Prell, Medizinredakteurin, vitanet.de;
  • Quellen: Bundesministerium der Justiz (2012): Erben und Vererben. Informationen und Erklärungen zum Erbrecht (http://www.bmj.de/SharedDocs/Downloads/DE/broschueren_fuer_warenkorb/DE/Erben_und_Vererben.pdf?__blob=publicationFile)
  • Lenz-Brendel, Nina/Roglmeier, Julia (2013): Richtig vorsorgen
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