Psychologische Hilfe für pflegende Angehörige

Der Seele Gutes tun

Auch wenn viele pflegende Angehörige sich das nicht eingestehen möchten: Die Pflege eines Angehörigen belastet nicht nur den Körper, sondern auch die Seele. Umso wichtiger ist es, frühzeitig etwas für das eigene psychische Wohlbefinden zu tun. Regelmäßige Entspannung, Zeit für sich selbst und der Kontakt zu anderen Betroffenen hilft, psychischen Problemen vorzubeugen. Und: Pflegende Angehörige sollten sich auch nicht scheuen, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Psychologische Hilfe © Thinkstock

Sorgen loswerden, Wege aufgezeigt bekommen

Mit psychologischer Hilfe ist nicht unbedingt die Behandlung bei einem Psychologen gemeint. Denn vor allem Pflegeberatungsstellen, Wohlfahrtsverbände und andere Träger bieten – neben der klassischen Pflegeberatung – psychologische Beratungen für pflegende Angehörige an. Hier können sie sich ihre Sorgen und Probleme von der Seele reden, bekommen Lösungswege aufgezeigt und erhalten auch hilfreiche Adressen für Selbsthilfeangebote. Mögliche Fragen in diesen persönlichen Beratungsgesprächen können sein:
  • Welche Möglichkeiten gibt es, mit dem starken Leistungsdruck in der Pflege zurechtzukommen?
  • Wie begegnen pflegende Angehörige ihren Schuldgefühlen? Solche Gefühle können auftreten, sobald sie den Pflegebedürftigen allein lassen oder in die Obhut einer anderen Person geben.
  • Wie geht man am besten damit um, wenn sich die Persönlichkeit eines Angehörigen – beispielsweise aufgrund einer Demenzerkrankung – verändert?
  • Wie kommt man am besten mit der veränderten Rolle zurecht, plötzlich als Kind die Eltern versorgen zu müssen?
  • Was hilft, wenn Aggressionen entstehen?
Antworten auf diese und viele weitere Fragen können pflegende Angehörige mit den Beratern gemeinsam erarbeiten. Viele empfinden diese Unterstützung als entlastend. Gleichzeitig schafft sie Freiräume für eigene Bedürfnisse.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.01.2015
  • Autor/in: Christina Landauer, Medizinredakteurin, vitanet.de;
  • Quellen: Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (2012): Entlastung für die Seele – Ein Ratgeber für pflegende Angehörige: http://www.bagso.de/fileadmin/Aktuell/Publikationen/2012/Entlastung_fuer_die_Seele_Ratgeber_pflegende_Angehoerige_2._Auflage.pdf
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