Entspannung für pflegende Angehörige

Auszeiten nehmen, für Erholung sorgen

Wer einen Angehörigen pflegt, kommt meist irgendwann an die Grenzen seiner Belastbarkeit – manchmal auch darüber hinaus. Extreme körperlichen und psychischen Belastungen, andauernder Stress und  fehlende Zeit für sich selbst zehren an den Kräften.

Frau entspannt in Hängematte © Thinkstock
Meist geht das einige Zeit gut, kann sich dann jedoch fatal auswirken: Auch wenn eigentlich Zeit zum Entspannen wäre, kommen die Betroffenen nicht mehr zur Ruhe. Ein Zusammenbruch ist oft die letzte Konsequenz. Deshalb ist es für pflegende Angehörige enorm wichtig, sich von Anfang an regelmäßig Zeit für Entspannung zu nehmen.

Entspannungspausen: Helfer schaffen Freiraum

Wichtig um entspannen zu können ist vor allem: Zeit für sich selbst. Doch gerade die gönnen sich viele pflegende Angehörige nicht – weil sie dann ein schlechtes Gewissen haben und das Gefühl ihren Angehörigen im Stich zu lassen. Dabei ist ein schlechtes Gewissen in der Regel völlig unnötig. Und: Es gibt verschiedene Möglichkeiten mit deren Hilfe der Pflegebedürftige gut versorgt ist, wenn der Pflegende sich eine Auszeit nimmt.

Ein Beispiel hierfür ist der sogenannte ehrenamtliche Entlastungsdienst. Dabei betreuen geschulte ehrenamtliche Helfer stundenweise den Pflegebedürftigen. Vermittelt werden die Ehrenamtlichen beispielsweise über Wohlfahrtsverbände oder kirchliche Einrichtungen. Andere Möglichkeiten, sich etwas freie Zeit zu schaffen, sind Tagespflegeeinrichtungen oder Betreuungsgruppen.

Wie der pflegende Angehörige dann entspannen kann, bleibt ihm überlassen. Denn: Entspannung lässt sich nicht erzwingen und es sind von Mensch zu Mensch andere Dinge, die Entspannung bringen – ein Hobby, ein gutes Buch, Musik, Sport oder ein Treffen mit Freunden.

Entspannungskurse: das Entspannen lernen

Für pflegende Angehörige, die sich mit der Entspannung schwer tun, lohnt es sich eventuell, eine Entspannungstechnik wie Autogenes Training oder die progressive Muskelentspannung nach Jacobson zu erlernen. Viele Krankenkassen bieten spezielle Entspannungskurse für Pflegende an. Häufig wird bei Bedarf für die Zeit des Kurses eine kostenlose Betreuung für den pflegebedürftigen Angehörigen organisiert.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.07.2014
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Nina Prell, Medizinredakteurin
  • Quellen: Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (2012): Entlastung für die Seele – Ein Ratgeber für pflegende Angehörige (http://www.bagso.de/fileadmin/Aktuell/Publikationen/2012/Entlastung_fuer_die_Seele_Ratgeber_pflegende_Angehoerige_2._Auflage.pdf)
  • Verbraucherzentrale Bayern: Hilfe für pflegende Angehörige (http://www.verbraucherzentrale-bayern.de/Hilfe-fuer-pflegende-Angehoerige)
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