Pflege-Wohngemeinschaft

Gemeinschaft, die vieles leichter macht

„Ich möchte auf keinen Fall ins Pflegeheim!“ Das hören viele Angehörige. Die meisten Pflegebedürftigen haben Angst, in eine anonyme Einrichtung abgeschoben zu werden. Manchmal ist die Pflege zu Hause jedoch einfach nicht mehr möglich. Doch inzwischen gibt es Alternativen zu Alten- und Pflegeheimen – unter anderem Pflege-Wohngemeinschaften. In Pflege-WGs wohnen in der Regel zwischen sechs und zwölf Menschen zusammen.

Mann und Frau unterhalten sich © Thinkstock

Spezialisierte Wohngemeinschaften – für jeden das Richtige

Pflege-Wohngemeinschaften gibt es mit verschiedenen Ausrichtungen: Viele der WGs haben sich auf Menschen mit bestimmten Erkrankungen oder Behinderungen spezialisiert – beispielsweise auf Demenzkranke. In anderen Wohngemeinschaften organisieren die Mitbewohner ihren Haushalt noch zum größten Teil alleine und erhalten nur stundenweise oder bei bestimmten Tätigkeiten Hilfe. Versorgt werden die WG-Bewohner in der Regel von einem ambulanten Pflegedienst und/oder festangestellten Betreuern. Außerdem übernehmen oft auch Angehörige der Bewohner, Ehrenamtliche oder Hauswirtschafterinnen Betreuungsaufgaben.

Förderung von Pflege-WGs – 200 Euro zusätzlich von der Pflegekasse

Die Nachfrage nach Plätzen in Pflege-Wohngemeinschaften ist groß. Zudem liegen die Kosten meist höher als in Heimen. Denn neben der Miete müssen die Bewohner oft noch mehrere hundert Euro einplanen: für Essen, Haushaltsmittel, bestimmte Dienstleistungen. Deshalb hat der Gesetzgeber 2012 festgelegt, dass betreute Wohngruppen von der Pflegekasse besonders gefördert werden müssen. Pflegebedürftige, die in einer WG wohnen, erhalten pro Monat eine Pauschale von 200 Euro zusätzlich. Dafür müssen jedoch folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
  • Der Pflegebedürftige muss Pflegegeld und/oder Pflegesachleistungen erhalten.
  • Mindestens drei Pflegebedürftige müssen gemeinsam in der WG leben.
  • Sie müssen von einem Pflegedienst ambulant versorgt werden.
  • Eine Pflegekraft muss in der WG organisatorisch, verwaltend oder pflegerisch tätig sein.
  • Die Wohngemeinschaft muss den Zweck haben, dass die Bewohner gemeinsam pflegerisch versorgt werden.
  • Die Pflegebedürftigen müssen über die gewünschten Leistungen und die Auswahl des Pflegedienstes frei bestimmen können.
Daneben wird auch die Neugründung von Pflege-Wohngemeinschaften gefördert. Pflegebedürftige, die eine WG gründen, erhalten pro Person einmalig eine Förderung von 4.000 Euro für die altersgerechte und barrierefreie Gestaltung der Wohnung. Die Höchstfördersumme für eine WG ist jedoch auf 16.000 Euro begrenzt. Auch für diese Förderung, die zeitlich befristet ist, müssen noch weitere Voraussetzungen erfüllt werden:
  • Die Bewohner müssen Anspruch auf den monatlichen Zuschlag von 200 Euro haben.
  • Der Antrag auf die Förderung muss innerhalb eines Jahres nach Vorliegen der Anspruchsvoraussetzungen gestellt werden.

Die richtige WG – Tipps für die Auswahl

Wer in eine Pflege-Wohngemeinschaft ziehen möchte, sollte sich vorher gut informieren. Wichtig ist beispielsweise, dass der Pflegedienst, der die Bewohner betreut, nicht gleichzeitig auch der Vermieter ist. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass durchgehend – auch nachts – Personal anwesend ist, dass die Zusammensetzung der WG ausgewogen ist, dass die Kosten transparent gemacht werden und vieles mehr.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.03.2015
  • Autor/in: Christina Landauer, Medizinredakteurin, vitanet.de;
  • Quellen: Stiftung Warentest (2011): Pflege-Wohngemeinschaft: Willkommen in der WG: http://www.test.de/Pflege-Wohngemeinschaft-Willkommen-in-der-WG-4277397-0/
  • Bundesministerium für Gesundheit: Senioren-Wohngemeinschaft: http://www.bmg.bund.de/pflege/leistungen/ambulante-pflege/senioren-wohngemeinschaft.html