Kurzzeitpflege – die richtige Wahl treffen

Es gibt viele Gründe, eine Kurzzeitpflege in Anspruch zu nehmen: So wünschen sich viele Familien eine Auszeit von der oft anstrengenden Pflege ihres Familienmitglieds. Manchmal sind sie auch gezwungen, mit der Pflege in den eigenen vier Wänden zu pausieren, beispielsweise, weil sie selbst ins Krankenhaus müssen oder größere Renovierungen zu Hause anstehen.

Aber auch aus Sicht des Pflegebedürftigen kann Kurzzeitpflege sinnvoll sein:
  • als Übergang nach einem langen Krankenhausaufenthalt,
  • zur Vermeidung oder Verkürzung von Krankenhausaufenthalten,
  • zur gezielten Aktivierung des Pflegebedürftigen durch Fachkräfte,
  • zur Vorbereitung der Wohnung nach einem Krankenhausaufenthalt oder
  • um die Wartezeit auf einen Pflegeheimplatz zu überbrücken.
Wichtig ist, sich rechtzeitig um eine Kurzzeitpflege zu kümmern. Denn die Nachfrage steigt und gerade in der Urlaubszeit gibt es oft Engpässe.

Die Pflegeeinrichtung vorher anschauen

Kurzzeitpflege kann in verschiedenen Einrichtungen erfolgen: in speziellen Kurzzeitpflegeeinrichtungen, einem Kurzzeitpflegewohnbereich in einem Pflegeheim oder auch in einer stationären Einrichtung der medizinischen Vorsorge und Rehabilitation.

Grundsätzlich sollte man sich zunächst die infrage kommende Einrichtung gemeinsam mit der pflegebedürftigen Person anschauen. Die Meinung des Pflegebedürftigen spielt dabei eine große Rolle. Auf diese Weise kann ihm eventuell die Angst genommen werden, abgeschoben zu werden: Er wird merken, dass es tatsächlich nur um eine Kurzzeitpflege geht – und nicht um einen dauerhaften Aufenthalt.

Auf ein spezielles Konzept für die Kurzzeitpflege achten

Die Kurzzeitpflege sollte mehr sein als eine bloße Unterbringung. Idealerweise stabilisiert sie die Gesundheit und weckt neue Kräfte bei der pflegebedürftigen Person. Es ist deshalb empfehlenswert, sich bei der Leitung der Kurzzeitpflegeeinrichtung nach dem Pflegekonzept zu erkundigen und darauf zu achten, dass die Einrichtung eine aktivierende Pflege praktiziert sowie individuelle Maßnahmen für jeden Pflegebedürftigen ausarbeitet. Man sollte fragen, wie die Bewohner in der Kurzzeitpflege konkret aktiviert und mobilisiert werden. Bei Einrichtungen mit einem speziellen Kurzzeitpflegekonzept ist mit den besten Erfolgen zu rechnen.

Hilfreich bei der Suche nach einer geeigneten Einrichtung können folgende Institutionen sein:
MDK-Bericht gibt Auskunft über Qualität
Sobald Sie eine Vorauswahl bezüglich einer Einrichtung getroffen haben, können Sie zusätzlich die letzten Berichte des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) anfordern. Der Bericht des MDK muss seit Inkrafttreten des Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes (am 1. Januar 2009) auch direkte Aussagen über die Pflegequalität treffen. Das heißt: Bloße Angaben – etwa zur Ausstattung oder zur Anzahl der Mitarbeiter mit dreijähriger Pflegeausbildung – reichen nicht aus.
Wer Probleme hat, den Bericht zu verstehen, kann sich an die Pflegekasse wenden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.03.2015
  • Autor/in: Ralf Eberhard, Diplom-Sozialpädagoge und Marion Ruhnau-Wüllenweber, Sozialpädagogin und Leiterin der Koordinierungsstelle "Rund ums Alter" am EGZB
  • Quellen: Koordinierungsstelle "Rund ums Alter" am EGZB
  • Medizinischer Dienst der Krankenversicherung (MDK): Leistungserbringer: Pflege: Qualitätsprüfung von Pflegeeinrichtungen: http://www.mdk.de/1328.htm (03.04.2014)
  • Pflegestützpunkte Berlin: Informationsblätter A-Z: Informationsblatt Nr. 8 Verhinderungs- und Kurzzeitpflege: http://www.pflegestuetzpunkteberlin.de/images/stories/informationsblaetter/D-IB-8-Verhinderungs-Kurzzeitpflege.pdf (03.04.2014)