Tagespflege und Nachtpflege – Entlastung für die ganze Familie

Tagespflege, Nachtpflege und Kurzzeitpflege schließen die Lücke zwischen der Rund-um-die-Uhr-Pflege zu Hause und der Versorgung in einem Pflegeheim.

Für Pflegende und Pflegebedürftige sind diese Angebote gleichermaßen sinnvoll: Dem Angehörigen bieten sie Entlastung, er kann die gewonnenen Freiräume für Familie oder Beruf nutzen. Die Nachtpflege ermöglicht Angehörigen einen erholsamen Schlaf. Der pflegebedürftige Mensch profitiert von der qualifizierten Pflege und dem abwechslungsreichen Umfeld einer Pflegeeinrichtung.

Der Umzug ins Pflegeheim lässt sich hinauszögern

Die Tagespflege ist auch für Alleinstehende geeignet. Sie erhalten tagsüber die erforderliche Pflege und soziale Betreuung und verbringen den Abend und das Wochenende wieder in der gewohnten häuslichen Umgebung. Ein Umzug in eine pflegerische Einrichtung lässt sich so hinauszögern oder gar vermeiden. 

Die meisten Tagespflegeeinrichtungen wenden sich gleichermaßen an körperlich und psychisch eingeschränkte Menschen. Außerdem gibt es Einrichtungen, die sich rein auf die Betreuung von Menschen mit Demenz spezialisiert haben – sogenannte gerontopsychiatrische Tagesstätten.

Der Besucher kann einzelne Tage wählen

Zu den Leistungen einer Tages- und Nachtpflege, die von der Pflegekasse getragen werden, gehören der Fahrdienst, der die Besucher morgens beziehungsweise abends von zu Hause abholt und abends beziehungsweise morgens wieder zurückbringt, die soziale Betreuung und die medizinische Behandlungspflege. Nicht zum Angebot gehören ärztliche Behandlung und Therapien wie Krankengymnastik und Ergotherapie. Diese Leistungen erbringen bei Bedarf niedergelassene Ärzte und Therapeuten in der Einrichtung.

Die Betreuung in der Tages- und Nachtpflege ist an einzelnen oder an allen Wochentagen möglich. Aber nicht für jeden Pflegebedürftigen ist die Tages- oder Nachtpflege gleichermaßen geeignet. Bei schlechtem Gesundheitszustand kann der Transport zur Belastung werden.

Tages- oder Nachtpflege ohne Einbußen bei der ambulanten Pflege

Versicherte können die Tages- oder Nachtpflege nutzen, ohne Einbußen bei der ambulante Pflege hinnehmen zu müssen. Anspruchsberechtigt sind Menschen mit Pflegegrad 2 bis 5.

Monatliche Leistungen für teilstationäre Tages-/Nachtpflege:

Pflegegrad 2:      689 Euro

Pflegegrad 3:      1.298 Euro

Pflegegrad 4:      1.612 Euro

Pflegegrad 5:      1.995 Euro

Die Leistungen für Tages- und Nachtpflege werden nicht auf den Anspruch auf ambulante Pflegesachleistungen, Pflegegeld oder die Kombinationsleistung angerechnet. Personen mit Pflegegrad 1 steht ein monatlicher Entlastungsbetrag von bis zu 125 Euro zu, den sie beispielsweise für die Ausgaben für Tages- und Nachtpflege verwenden können.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.11.2016
  • Autor/in: Ralf Eberhard, Diplom-Sozialpädagoge und Marion Ruhnau-Wüllenweber, Sozialpädagogin und Leiterin der Koordinierungsstelle "Rund ums Alter" am EGZB
  • Quellen: Zweites Gesetz zur Stärkung der pflegerischen Versorgung und zur Änderung weiterer Vorschriften (Zweites Pflegestärkungsgesetz – PSG II) vom 21. Dezember 2015, Bundesgesetzblatt Jahrgang 2015 Teil I Nr. 54
  • http://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&jumpTo=bgbl115s2424.pdf#__bgbl__%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl115s2424.pdf%27%5D__1478699581865