Auf der Suche nach einem Pflegeheim

In manchen Situationen ist es nicht mehr möglich, zu Hause gepflegt zu werden, oder in ein Betreutes Wohnen überzusiedeln. Der Umzug in ein Pflegeheim – zum Beispiel nach einer schweren Erkrankung – ist dann die einzige Lösung.

Die gewohnte Umgebung aufzugeben, um in ein Heim zu ziehen, ist eine einschneidende Veränderung. Besprechen Sie daher diesen Schritt möglichst in Ruhe mit Ihren Bezugspersonen. Je früher Sie sich Gedanken über Ihre Versorgungssituation machen, desto besser lassen sich Ihre Wünsche und Vorstellungen planen. Auch der Hausarzt ist ein wichtiger Ansprechpartner. Überlegen Sie sich, ob alle Möglichkeiten der häuslichen Pflege und Versorgung ausgeschöpft sind. Oft ist es hilfreich, mit einer Beratungsstelle Kontakt aufzunehmen. Dort bekommen Sie nützliche Tipps rund um den Umzug in ein Heim.

Auf das Gefühl hören

Auch die Entscheidung für ein bestimmtes Heim sollten Sie in aller Ruhe treffen. Letztlich ist es eine persönliche Frage, in welchem Heim man sich wohl fühlt. Wichtig ist, dass Sie sich vor der Entscheidung umfassend informieren. Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie mit Ihren Freunden oder Bekannten. Achten Sie bei Ihrer Auswahl auch auf Ihre Gefühle. Wo haben Sie sich spontan am wohlsten gefühlt?

Nutzen Sie auch die Möglichkeit des Probewohnens, die einige Einrichtungen anbieten. So können Sie am besten feststellen, ob Ihnen das neue Umfeld zusagt.

Prüfen Sie vor der Auswahl eines Heimes, welche finanziellen Mittel Ihnen zur Verfügung stehen, beziehungsweise welchen Betrag Sie monatlich ausgeben wollen.

Heimvertrag mit der Verbraucherzentrale durchgehen

Klären Sie auf jeden Fall, ob Sie Leistungen der Pflegekasse beanspruchen können. Wenn Sie sich entschieden haben, klären Sie, zu welchem Termin Sie einziehen können. Als nächstes folgt der Abschluss eines Heimvertrages. Dieser ist gesetzlich vorgeschrieben. Oft ist es sinnvoll, vor Unterschreiben den Vertrag einer Verbraucherzentrale vorzulegen - so sind Sie auf der sicheren Seite.
MDK-Bericht gibt Auskunft über Qualität
Sobald Sie eine Vorauswahl getroffen haben, fragen Sie die Heime nach dem letzten Bericht des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK). Diese Berichte werden künftig recht aussagekräftig sein und auch über die Pflegequalität Aufschluss geben. Denn nach dem Pflege- Weiterentwicklungsgesetz von Juli 2008 müssen sie ergebnisorientiert sein. D. h., bloße Angaben etwa zur Ausstattung oder zur Quote der Mitarbeiter mit dreijähriger Pflegeausbildung reichen nicht mehr aus. Die Berichte müssen auch über den Zustand und die Lebensqualität der Pflegebedürftigen Auskunft geben. Sollten Sie Probleme haben, den Bericht zu verstehen, wenden Sie sich an Ihre Krankenkasse bzw. Pflegekasse.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.05.2010
  • Autor/in: Ralf Eberhard, Diplom-Sozialpäpagoge und Dr. med. Anja Vogt, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Auf der Suche nach einem Heim - Leitfaden zur Wahl eines Pflegeplatzes
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