Für Pflegebedürftige gibt es nicht nur das Heim

Wenn eine ältere Frau oder ein älterer Mann gezwungen ist, sein vertrautes Zuhause aufzugeben, schießt ihm als erstes das Wort Altenheim durch den Kopf.

Der Begriff ist über die jahrzehntelang für jede Einrichtung gebraucht worden, die in irgendeiner Weise alte Menschen betreut. Experten fassen den Begriff Altenheim jedoch enger: Sie verstehen darunter eine Einrichtung, die ältere Menschen versorgt, die zur Führung eines eigenen Haushaltes nicht mehr im Stande sind. Sie sind hilfs,-aber (noch) nicht pflegebedürftig. Bei akuten Erkrankungen z. B. kann in einem Altenheim nur begrenzt Pflege geleistet werden. Die Bewohner leben hier in der Regel in Einzel- oder Mehrbettzimmern mit Bad/WC ohne die Möglichkeit zur Selbstverpflegung. Altenheime bieten ärztliche Betreuung, Freizeitangebote und sozialen Kontakt.
Mit dem Träger der Einrichtung wird ein Heimvertrag abgeschlossen, der dem Heimgesetz unterliegt. Seit Einführen der Pflegeversicherung sind viele Altenheime in Pflegeheime umgewandelt worden.

Aufnahme ins Pflegeheim nur mit Pflegestufe möglich

Voraussetzung für den Einzug in ein (Alten-)Pflegeheim ist die vollstationäre Pflegestufe. Dies bedeutet, dass die betroffene Person bereits pflegebedürftig sein muss. Hier werden nur Menschen aufgenommen, die täglich auf Hilfe angewiesen sind und sich wegen Krankheit, Alter oder Behinderung nicht mehr selbst versorgen können. Sie erhalten Unterkunft, Verpflegung, Betreuung und Pflege. In diesen Einrichtungen kommt es vor allem darauf an, den Allgemeinzustand zu verbessern, die verbliebenen Kräfte zu erhalten und zu stärken. Die vertragliche Grundlage für die Bewohner bietet auch hier der Heimvertrag, den die Bewohner mit dem Träger der Einrichtung abschließen.

Welcher Einrichtungstyp für Sie geeignet ist, hängt von ihrem Gesundheitszustand und dem Grad Ihrer Hilfebedürftigkeit ab. Am besten lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt beraten, der Ihre körperlichen Fähigkeiten am besten beurteilen kann.

Zum Kennenlernen einer dieser Einrichtungen eignet sich z. B. ein "Tag der offenen Tür" oder ein persönlicher Besichtigungstermin. Kennen Sie jemanden der in eine Altenwohnung oder in ein Altenheim umgezogen ist? Bei einem Besuch können Sie sich nach den Erfahrungen erkundigen.

"Betreutes Wohnen" mit persönlich abgestimmtem Service

Eine relativ neue Wohnform ist das "Betreute Wohnen" oder "Wohnen mit Service". Hier können Sie in einer speziellen Wohnanlage Barriere freie Wohnungen mieten oder kaufen. Zusätzlich erhalten Sie ganz nach Bedarf ein auf Sie abgestimmtes Maß an professionellen Serviceleistungen (von Hauswirtschaft bis Pflege). Die Anbieter des "Betreuten Wohnens" unterscheiden sich hinsichtlich der Angebote und Preise erheblich. Ein genauer Preis-Leistungs-Vergleich ist daher dringend zu empfehlen.

Wohngemeinschaften schaffen familiäre Atmosphäre

Ambulant betreute Wohngemeinschaften speziell für demenziell erkrankte Menschen können bei Demenz eine Alternative zum Heim darstellen. Mehrere Bewohner teilen sich eine Wohnung, in der rund um die Uhr Betreuung und Pflege möglich ist. Die Wohngruppe, die Wahl eines ambulanten Pflegedienstes oder anderer Pflegepersonen lässt sich frei gestalte. Ziel ist, eine möglichst familiäre Atmosphäre zu schaffen. Die Angehörigen werden dazu aufgefordert, sich mit in den Tagesablauf einzubringen - auch um eine Kostenreduktion zu erreichen. Zudem sollen die Bewohner in alle relevanten Haushaltstätigkeiten und alltägliche Aktivitäten eingebunden werden, um Selbstständigkeit zu bewahren. Kosten entstehen den Bewohnern für die Miete sowie den Einsatz des ambulanten Pflegedienstes (je nach Höhe der festgelegten Pflegestufe kann dafür das Pflegegeld eingesetzt werden). Bestehen Ansprüche seitens des Sozialhilfeträgers, können diese ebenso geltend gemacht werden (§§ 68/69 BSHG).
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.05.2010
  • Autor/in: Ralf Eberhard, Diplom-Sozialpäpagoge und Dr. med. Anja Vogt, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Auf der Suche nach einem Heim - Leitfaden zur Wahl eines Pflegeplatzes
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