Altenheim, Pflegeheim, Betreutes Wohnen

verschiedene Möglichkeiten

Wenn ein älterer Mensch gezwungen ist, sein vertrautes Zuhause aufzugeben, schießt ihm oft als erstes das Wort „Altenheim“ durch den Kopf.

Senioren unterhalten sich auf Bank Seniorenheim © Thinkstock
Der Begriff ist über Jahrzehnte für jede Einrichtung gebraucht worden, die in irgendeiner Weise alte Menschen betreut. Experten fassen den Begriff Altenheim jedoch enger: Sie verstehen darunter eine Einrichtung, die ältere Menschen versorgt, die zur Führung eines eigenen Haushalts nicht mehr im Stande sind. Sie sind hilfs-, aber (noch) nicht pflegebedürftig. Bei akuten Erkrankungen kann in einem Altenheim nur begrenzt Pflege geleistet werden. Dazu sind eher Pflegeheime geeignet.

Die Bewohner leben in Altenheimen in der Regel in Einzel- oder Mehrbettzimmern mit Bad/WC, mit und ohne die Möglichkeit zur Selbstverpflegung. Altenheime bieten ärztliche Betreuung, Freizeitangebote und sozialen Kontakt. Mit dem Träger der Einrichtung wird ein Heimvertrag abgeschlossen, der dem Heimgesetz unterliegt. Seit Einführen der Pflegeversicherung sind viele Altenheime in Pflegeheime umgewandelt worden.

Aufnahme ins Pflegeheim nur mit Pflegegrad möglich

Voraussetzung für den Einzug in ein Pflegeheim (auch vollstationäre Pflege genannt) ist ein Pflegegrad. Das bedeutet, dass die betreffende Person bereits pflegebedürftig sein muss. In ein Pflegeheim werden nur Menschen aufgenommen, die täglich auf Hilfe angewiesen sind und sich wegen Krankheit, Alter oder Behinderung nicht mehr selbst versorgen können. Sie erhalten Unterkunft, Verpflegung, Betreuung und Pflege. In den Einrichtungen kommt es vor allem darauf an, den Allgemeinzustand zu verbessern, die verbliebenen Kräfte zu erhalten und zu stärken. Die vertragliche Grundlage für die Bewohner bietet auch hier der Heimvertrag, den die Bewohner mit dem Träger der Einrichtung abschließen.

Welcher Einrichtungstyp geeignet ist, hängt vom Gesundheitszustand und dem Grad der Pflegebedürftigkeit ab. Am besten lassen sich Betroffene von ihrem Hausarzt beraten, der ihre körperlichen Fähigkeiten am besten beurteilen kann.

Um einen Einblick in eine dieser Einrichtungen zu gewinnen, eignet sich zum Beispiel ein Tag der offenen Tür oder ein persönlicher Besichtigungstermin. Wer jemanden kennt, der in ein Altenheim oder ein Pflegeheim umgezogen ist, kann sich bei einem Besuch nach seinen Erfahrungen erkundigen.

Betreutes Wohnen mit persönlich abgestimmtem Service

Eine weitere Wohnform ist das Betreute Wohnen oder Wohnen mit Service. Hier können Pflegebedürftige in einer speziellen Wohnanlage barrierefreie Wohnungen mieten oder kaufen. Zusätzlich erhalten sie ganz nach Bedarf ein auf sie abgestimmtes Maß an professionellen Serviceleistungen (von Hauswirtschaft bis Pflege). Die Anbieter des Betreuten Wohnens unterscheiden sich hinsichtlich der Angebote und Preise erheblich. Ein genauer Preis-Leistungs-Vergleich ist daher zu empfehlen.

Wohngemeinschaften schaffen familiäre Atmosphäre

Ambulant betreute Wohngemeinschaften speziell für demenziell erkrankte Menschen können bei Demenz eine Alternative zum Pflegeheim darstellen. Mehrere Bewohner teilen sich eine Wohnung, in der rund um die Uhr Betreuung und Pflege möglich ist. Die Wohngruppe, die Wahl eines ambulanten Pflegedienstes oder anderer Pflegepersonen lässt sich frei gestalten.

Ziel ist es, eine möglichst familiäre Atmosphäre zu schaffen. Die Angehörigen werden dazu aufgefordert, sich mit in den Tagesablauf einzubringen – auch um eine Kostenreduktion zu erreichen. Zudem sollen die Bewohner in alle relevanten Haushaltstätigkeiten und alltäglichen Aktivitäten eingebunden werden, um die Selbstständigkeit zu bewahren. Kosten entstehen den Bewohnern für die Miete sowie den Einsatz des ambulanten Pflegedienstes (je nach Höhe des festgelegten Pflegegrades kann dafür das Pflegegeld eingesetzt werden).
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.11.2016
  • Autor/in: Ralf Eberhard, Diplom-Sozialpäpagoge und Dr. med. Anja Vogt, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Auf der Suche nach einem Heim - Leitfaden zur Wahl eines Pflegeplatzes
  • Bundesministerium für Gesundheit: Glossar: Altenheim: http://www.bmg.bund.de/glossarbegriffe/a/altenheim-altenwohnheim.html (19.02.14)
  • Pflegestützpunkte Berlin: Informationsblätter A-Z: Informationsblatt Nr. 11 Vollstationäre Pflege: http://www.pflegestuetzpunkteberlin.de/images/stories/informationsblaetter/nr-11-vollstationaere-pflege.pdf (19.02.14)
  • Pflegestützpunkte Berlin: Informationsblätter A-Z: Informationsblatt Nr. 14 Betreutes Wohnen für ältere Menschen/Service – Wohnen: http://www.pflegestuetzpunkteberlin.de/images/stories/informationsblaetter/nr-14-service-wohnen.pdf (19.02.14)
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