Pflegeversicherung – Bezahlte Hilfsmittel

Pflegebedürftige haben Anspruch auf die Versorgung mit notwendigen Pflegehilfsmitteln, die ihre Beschwerden lindern und die Pflege erleichtern. Dazu zählen auch Hilfsmittel, die zum Verbrauch bestimmt sind – sogenannte Verbrauchsprodukte. Das sind beispielsweise Desinfektionsmittel, saugende Bettschutzeinlagen, Einmalhandschuhe, Mundschutz oder ähnliche Produkte, die nicht wiederverwendbar sind.

Gummihandschuh © Thinkstock
Das aktuelle Hilfsmittelverzeichnis können Sie auf den Seiten des GVK-Spitzenverbands herunterladen. Das Hilfsmittelverzeichnis listet alle Hilfsmittel auf – sowohl solche zur Rehabilitation, die die Krankenversicherung übernimmt, als auch Pflegehilfsmittel, die die Pflegeversicherung trägt.

Technische Hilfen

Technische Hilfen (zum Beispiel Pflegebetten, Rollstühle, Hebegeräte, Lagerungshilfen, Badewannen- oder Duschsitze, Nachtstühle) sollen die Pflege und Versorgung zu Hause erleichtern. Ob die Mittel notwendig sind, prüft die Pflegekasse unter Beteiligung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK). Technische Pflegehilfsmittel werden in den meisten Fällen auf Leihbasis zur Verfügung gestellt.

Generell müssen Pflegebedürftige (über 18 Jahre) für ein technisches Hilfsmittel eine Eigenleistung von zehn Prozent, jedoch höchstens 25 Euro zuzahlen. Für Verbrauchsprodukte (Handschuhe, Desinfektionsmittel) zahlt die Pflegekasse einen monatlichen Betrag von bis zu 40 Euro. Voraussetzung für die Kostenübernahme ist, dass das Hilfsmittel
  • die häusliche Pflege überhaupt erst möglich macht,
  • die häusliche Pflege erheblich erleichtert,
  • eine Überforderung der Leistungskraft des Pflegebedürftigen und seiner Pflegeperson verhindert,
  • eine möglichst selbständige Lebensführung des Pflegebedürftigen wiederherstellt.
Wenn Umbauten in der Wohnung des Pflegebedürftigen notwendig sind, gewährt die Pflegekasse einen Zuschuss für Änderungen wie Türverbreiterungen, den Umbau der Badewanne, den Einbau einer Dusche oder Rampen für Rollstuhlfahrer.

Auch in diesem Fall gilt: Anspruch auf finanzielle Unterstützung für Umbauten besteht, „wenn dadurch im Einzelfall die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert oder eine möglichst selbstständige Lebensführung des Pflegebedürftigen wiederhergestellt wird.“ (§40, Abs.4 SGB XI)

Die Pflegekasse gewährt pro Maßnahme einen Zuschuss von maximal 4.000 Euro. Vom Pflegebedürftigen wird ein Eigenanteil in Höhe von zehn Prozent der Kosten verlangt, höchstens jedoch 50 Prozent seiner monatlichen Bruttoeinnahmen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.02.2015
  • Autor/in: Dr. med. Anja Vogt, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: Bundesministerium der Justiz. Sozialgesetzbuch XI Dritter Abschnitt Leistungen Erster Teil Leistungen bei häuslicher Pflege §40 Pflegehilfsmittel und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen: SGB XI §40 [cited 2013 Jan 28]. Available from: URL:http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html.
  • Bundesministerium für Gesundheit, editor. Das Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz: Stand: nach der 3. Lesung im Bundestag. 3.th ed. Berlin: Druck- und Verlagshaus Zarbock GmbH & Co. KG; 2012 [cited 2013 Jan 7]. Available from: URL:https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/publikationen/einzelansicht.html?tx_rsmpublications_pi1[publication]=886&tx_rsmpublications_pi1[action]=show&tx_rsmpublications_pi1[controller]=Publication&cHash=bf639e33bdbecad2ec96cb7fc5fe9feb.
  • GKV-Spitzenverband. Hilfsmittel: Hilfsmittelverzeichnis: GKV-Spitzenverband; 2012 [cited 2013 Jan 28]. Available from: URL:http://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/hilfsmittel/hilfsmittelverzeichnis/hilfsmittelverzeichnis.jsp.
  • Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: Änderungen 2015 – Gesundheit und Pflege