Pflegeantrag abgelehnt

Widerspruch einlegen

Ist ein Pflegebedürftiger mit der Einstufung durch seine Pflegekasse nicht einverstanden, hat er die Möglichkeit, bei der Pflegekasse Widerspruch einzulegen. Hierbei sollte er folgendermaßen vorgehen:

  • Zunächst sollte überprüft werden, inwieweit der tägliche Hilfebedarf tatsächlich den Anforderungen für die Einstufung in einen der fünf Pflegegrade entspricht.
  • Dann sollte bei der Pflegekasse des Antragstellers eine Kopie des Gutachtens des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) angefordert werden. So erfährt man genau, warum der Antrag abgelehnt wurde.
  • Findet sich eine Rechtsmittelbelehrung (Hinweis auf Widerspruchsmöglichkeit und Fristen) im Ablehnungsbescheid, muss innerhalb von vier Wochen Widerspruch eingelegt werden. Fehlt die Rechtsmittelbelehrung, bleibt ein Jahr Zeit, einen Widerspruch einzureichen. Es ist jedoch sinnvoll, so bald wie möglich dem Bescheid der Pflegekasse zu widersprechen.
  • Wichtig ist, den Widerspruch so ausführlich wie möglich unter Bezugnahme auf die Feststellungen des Gutachtens zu begründen.
  • Sinnvoll ist auch eine Rücksprache mit dem Hausarzt oder anderen behandelnden Ärzten (zum Beispiel dem Neurologen bei einer Demenzerkrankung). Die Ärzte können medizinische Unterlagen zur Verfügung stellen, die das Krankheitsgeschehen und den Pflegebedarf belegen können.
Der Pflegebedürftige und seine Pflegeperson sollten sich auf den erneuten Besuch des MDK gewissenhaft vorbereiten. Dazu können sie das vitanet.de-Vorbereitungsformular ausfüllen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.12.2016
  • Autor/in: Dr. med. Anja Vogt, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: Medizinischer Dienst der Krankenversicherung (MDK). Pflegebegutachtung: Muss ich die Einstufung durch die Pflegekasse akzeptieren? Available from: URL:http://www.mdk.de/324.htm.