Zusatzversicherung: „Pflege-Bahr“

Aufgrund des demographischen Wandels gibt es immer mehr alte Menschen in Deutschland und damit auch immer mehr Menschen, die auf Pflege angewiesen sind. Schon heute reichen die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung bei Pflegebedürftigkeit oft nicht aus.

Die Bundesregierung hat mit der Einführung des Pflege-Neuausrichtungs-Gesetzes (PNG) beschlossen, private Pflegezusatzversicherungen staatlich zu fördern. Sie werden seit dem 01. Januar 2013 ab einem Mindestbeitrag von zehn Euro mit fünf Euro monatlich bezuschusst – unabhängig vom Einkommen des Versicherten.

Die neuen Zusatzversicherungen werden „Pflege-Bahr“ genannt. Alle volljährigen Personen, die in einer gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung versichert sind, können die Pflegezusatzversicherungen abschließen. Einziges Ausschlusskriterium ist, dass sie bereits Pflegeleistungen beziehen oder bezogen haben.

Auch Menschen mit Risiko können die Versicherungen abschließen

Die Versicherungsgesellschaften dürfen beim „Pflege-Bahr“ keine Gesundheitsprüfung durchführen, um Menschen mit einem höheren Risiko auszuschließen. Auch dürfen sie keine Risikozuschläge verlangen, wie dies bei nicht geförderten Pflegezusatzversicherungen häufig der Fall ist. Darüber hinaus gibt es keine Altersobergrenze, jedoch eine Wartezeit von fünf Jahren. Frühestens nach dieser Zeit werden Leistungen gezahlt.

Pflegegrad ist für die Leistungen entscheidend

Die Bewilligung von Leistungen orientiert sich auch beim „Pflege-Bahr“ an der Einstufung der privaten und gesetzlichen Versicherung.

Versicherte, die Grundsicherung oder Arbeitslosengeld II (auch Hartz 4 genannt) beziehen, können ihren Vertrag kündigen oder für bis zu drei Jahren ruhen lassen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.03.2015
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Christina Landauer, Medizinredakteurin
  • Quellen: Die Bundesregierung: Private Pflegeversicherung ab 2013 staatlich gefördert (http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2012/06/2012-06-06-foerderung-private-pflege-zusatzversicherung.html)
  • Bundesministerium für Gesundheit: Pflege-Neuausrichtung-Gesetz (PNG): Fragen und Antworten: http://www.bmg.bund.de/pflege/das-pflege-neuausrichtungs-gesetz/informationen-zum-png-und-zur-privaten-pflegevorsorge/fragen-und-antworten-zur-privaten-pflegevorsorge.html (12.02.2014)
  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Glossar: Arbeitslosengeld II: http://www.bmas.de/DE/Service/Glossar/A/Arbeitslosengeld-II.html (12.02.2014)
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