Ambulante und stationäre Palliativversorgung

Der Wunsch des Betroffenen zählt

Viele Menschen haben den Wunsch, zu Hause zu sterben. Andere fühlen sich in stationärer Betreuung besser aufgehoben oder eine Erkrankung macht einen stationären Palliativaufenthalt notwendig.

Arzt healt Hand von Patientin © Thinkstock
Bei der ambulanten Palliativversorgung, also der Versorgung zu Hause, gibt es zwei Möglichkeiten: die allgemeine oder die spezialisierte ambulante Palliativversorgung. Die andere Möglichkeit: eine stationäre Versorgung. Dabei wird der Sterbende auf einer Palliativstation betreut.

Allgemeine ambulante Palliativversorgung (AAPV)

Die meisten schwerkranken und sterbenden Menschen, die zu Hause versorgt werden, werden im Rahmen der sogenannten allgemeinen ambulanten Palliativversorgung betreut. Darunter wird die Versorgung durch Haus- und Fachärzte sowie Pflegedienste gefasst. Oft beteiligen sich auch ambulante Hospizdienste und andere Berufsgruppen wie Seelsorger, Sozialarbeiter und Psychologen an der Versorgung.

Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV)

Seit 2007 haben gesetzlich Krankenversicherte das Recht auf eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung. Sie soll es unheilbar erkrankten Menschen mit einer begrenzten Lebenserwartung und einem hohen Betreuungsaufwand ermöglichen, würdevoll zu Hause zu sterben. Bei dieser Form der Palliativversorgung wird der Betroffene von einem sogenannten Palliative-Care-Team aus ausgebildeten Palliativmedizinern und Pflegekräften mit der Weiterbildung zum Palliativpfleger betreut. Jeder Patient erhält einen individuellen Behandlungsplan, das Team der SAPV ist rund um die Uhr erreichbar. Die Betreuung wird meist durch Seelsorger und Therapeuten ergänzt.

Voraussetzung für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung ist, dass ein Arzt sie verschreibt. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten. Auch Menschen, die bereits in einem Pflegeheim oder einem Hospiz betreut werden, haben Anspruch auf die SAPV.

Palliativstationen – Betreuung in spezialisierten Einrichtungen

Palliativstationen sind Einrichtungen in Krankenhäusern, die auf die Versorgung von unheilbar kranken und sterbenden Menschen spezialisiert sind, die im Krankenhaus behandelt werden müssen. Ziel der Behandlung auf einer Palliativstation ist es, den Patienten zu stabilisieren und anschließend wieder nach Hause, in ein Pflegeheim oder ein Hospiz zu entlassen. Versorgt werden die Betroffenen auch hier durch ein multiprofessionelles Team aus Palliativmedizinern, Palliativpflegern, Seelsorgern, Sozialarbeitern, Psychologen und oft auch ehrenamtlichen Helfern.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.03.2015
  • Autor/in: Christina Landauer, Medizinredakteurin, vitanet.de;
  • Quellen: Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Verordnung von spezialisierter ambulanter Palliativversorgung (2010): http://www.g-ba.de/downloads/62-492-437/SAPV-RL_2010-04-15.pdf
  • Deutscher Hospiz- und PalliativVerband e.V.: Palliativstationen: http://www.dhpv.de/themen_palliativstationen.html
  • Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (2007): Gesundheitsberichte NRW. Hospizarbeit und Palliativmedizin: Stand und Entwicklung: http://www.lzg.gc.nrw.de/_media/pdf/gesundheitberichtedaten/gesundheitsberichte-nrw-spezial/gesundheit-spezial_band-2_hospiz-palliativmedizin.pdf